Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist zu einem unangekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Im regionalen Hauptquartier der internationalen Schutztruppe Isaf in Masar-i-Scharif informierte er sich zunächst über die Lage in Nordafghanistan, wo die Bundeswehr die Führungsrolle hat. Anschließend flog de Maizière ins südwestlich von Masar-i-Scharif gelegene Feldlager Maimana in der Provinz Faryab.

Es ist sein dritter Truppenbesuch seit seinem Amtsantritt im März dieses Jahres. Ein Schwerpunkt sollen die Vorbereitungen auf den geplanten Abzug der internationalen Kampftruppen aus Afghanistan sein. Dazu will der Minister Gespräche mit verschiedenen Nato-Vertretern führen.

Noch keine Zahlen für Abzug der Bundeswehreinheiten

De Maizière kündigte an, über den deutschen Truppenabzug aus Afghanistan in den nächsten Wochen zu entscheiden. Er würde die "Entscheidung über eine Truppenzahl für 2012 und die Mandatsverlängerung gerne verbinden". Zugleich verwies er darauf, dass noch weitere Absprachen mit den Verbündeten notwendig seien. Alles hänge davon ab, was die USA in dieser Frage tun. Es sei deshalb noch zu früh, konkrete Zahlen und Abzugspläne zu nennen. 

Bundesregierung und Bundestag wollen zum Jahreswechsel im Zuge des neuen Afghanistanmandats über den ersten Schritt des Abzugs entscheiden. Die USA haben bereits angekündigt, ihr Kontingent von derzeit rund 100.000 Soldaten bis zum Sommer 2012* um 33.000 zu verkleinern. Die Amerikaner haben aber nicht entschieden, wie viele Soldaten sie aus dem Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr abziehen. Anfang Oktober beraten die 18 Truppensteller für den Norden Afghanistans am Rande einer Nato-Konferenz über das weitere Vorgehen.

*Korrekturhinweis: Eine falsche Jahreszahl wurde geändert.