Die Internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf will in einigen Provinzen keine Gefangenen mehr an afghanische Behörden überstellen. Sie reagiert damit auf einen bisher unveröffentlichten UN-Bericht, demzufolge in den Gefängnissen der lokalen Behörden gefoltert wird. Dies berichtet die britische BBC.

Der UN-Bericht beklage, dass manche afghanische Polizei-Chefs Geheimgefängnisse betreiben. In Gefängnissen von Polizei und Geheimdienst würden die Gefangenen mit Schlägen und Elektroschocks misshandelt.

Die Nato-geführte Schutztruppe Isaf stoppte dem BBC-Bericht zufolge bereits in Kandahar die Übergabe Gefangener an lokale Behörden. Zudem drohte sie den afghanischen Sicherheitsbehörden, in Zukunft in sieben weiteren Provinzen keine Gefangenen mehr auszuliefern. Dazu gehört auch die Provinz Kundus, die bisheriges Einsatzgebiet der Bundeswehr ist.

Der UN-Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an die Leistungsfähigkeit der afghanischen Behörden sehr genau beobachtet wird. Der Abzugsplan der internationalen Truppen sieht vor, schrittweise die Verantwortung an die nationalen Kräfte abzugeben.