Die italienische Regierung überarbeitet erneut ihr Sparprogramm zur Bekämpfung der Schuldenkrise. Die Regierung gab bekannt, sie wolle nun doch eine Zusatzsteuer für Besserverdienende mit einem Einkommen über 500.000 Euro einführen und die Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent erhöhen.

Am kommenden Donnerstag soll das Kabinett zudem eine Schuldenbremse verabschieden, um dem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts näherzukommen. Außerdem soll es ab 2014 Änderungen beim Renteneintritt von Frauen geben. Damit reagiert die italienische Regierung auf Kritik der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer Euro-Staaten

In Italien demonstrierten Zehntausende unter anderem auch in Mailand, Florenz, Genua, Bologna, Cagliari, Neapel und Palermo gegen die Sparmaßnahmen. Zu dem achtstündigen Streik hatte der größte italienische Gewerkschaftsbund Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) mit Protestkundgebungen in mehr als 100 Städten aufgerufen.

Im Flug-, Zug- und Schiffsverkehr wurden Verbindungen gestrichen oder hatten Verspätung. Auch Busse und U-Bahnen fuhren unregelmäßig. Viele touristische Attraktionen in Rom blieben geschlossen. Auch in Kindergärten und Krankenhäusern und bei der Post wurde gestreikt. Die Lufthansa und Air Berlin strichen wegen des Ausstands Flüge nach Italien.

Italien plant Einsparungen von 45,5 Milliarden Euro. Unter anderem sollen Gelder im öffentlichen Sektor gekürzt und der Arbeitnehmerschutz gelockert werden. Die geplante Zusatzsteuer für Besserverdienende war zwischenzeitlich wieder verworfen worden. Andere Sparmaßnahmen wie die Abschaffung von Gemeinderäten kleiner Städte, das höhere Renteneintrittsalter für Akademiker und die Verlegung einiger staatlicher Feiertage auf Sonntage wurden wieder zurückgezogen.