Die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai ist gestorben. In einem Krankenhaus in der kenianischen Hauptstadt Nairobi erlag sie am Sonntagabend ihrer Krankheit, wie die von ihr gegründete Grüngürtel-Bewegung mitteilte. Maathai wurde 71 Jahre alt. Die Umweltschützerin hatte seit Langem Krebs.

Maathai hatte 2004 als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis erhalten. Sie war eine Verfechterin von Demokratie und Frieden, kritisierte Globalisierung und Gentechnik stets scharf. Großen Zuspruch erhielt die Umweltaktivistin für ihren Kampf gegen Korruption und die Abholzung der letzten geschlossenen Waldgebiete nahe Nairobi.

1977 gründete sie mit ihrer Umweltschutzorganisation das größte Aufforstungsprojekt in Afrika. Seither wurden fast 40 Millionen Bäume gepflanzt. In ihrer Heimat ist sie daher auch unter dem Namen "Mutter der Bäume" bekannt.

Die Biologin hat ihr Leben lang auf sich und ihre Ziele aufmerksam gemacht. 1966 war sie die erste Frau an der Universität von Nairobi mit einem naturwissenschaftlichen Lehrauftrag. Kurz darauf ging sie gegen Frauendiskriminierung auf die Barrikaden.

Nicht nur deshalb hatte sie in ihrer Heimat – gerade in der Politik – viele Gegner. Immer wieder geriet Maathai mit der Regierung des früheren Machthabers Daniel arap Moi in Konflikt und musste wegen ihres Engagements mehrmals ins Gefängnis.

Für ihre Äußerung, das HI-Virus sei in westlichen Labors zur Ausrottung der Schwarzen gezüchtet worden, wurde sie aber auch scharf kritisiert. Von 2003 bis Ende 2005 war Maathai Vizeumweltministerin.