Die Hungerkatastrophe in Ostafrika weitet sich aus. Die Food Security and Nutrition Analysis Unit (FSNAU), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, stufte auch die Situation in der Region Bay im Süden Somalias als Hungersnot ein. Bay ist die sechste Region Somalias, in der eine Hungersnot herrscht. Das bedeutet nach UN-Definition, dass mindestens ein Fünftel der Bewohner kaum Zugang zu Nahrungsmitteln hat, mehr als 30 Prozent der Einwohner unterernährt sind und täglich zwei von 10.000 Menschen an Hunger sterben.

Insgesamt seien in Somalia 4 Millionen Menschen in Gefahr, gab die FSNAU an. Von diesen könnten 750.000 sterben, wenn in den kommenden vier Monaten die derzeitigen Hilfslieferungen nicht aufgestockt werden. Zehntausende Menschen seien bereits gestorben, mehr als die Hälfte davon seien Kinder gewesen.

Die UN warnte, dass sich die Hungersnot weiter ausbreiten werde. In Somalia waren im Juli die Regionen Bakool und Lower Shabelle als Hungergebiete erklärt worden, dann kamen drei weitere Regionen hinzu, darunter die Hauptstadt Mogadischu. Auch das weltweit größte Flüchtlingslager im Afgoye-Korridor ist von der Hungersnot betroffen.

Unter Lebensmittelknappheit infolge einer der schwersten Dürren seit 60 Jahren leiden am Horn von Afrika derzeit insgesamt rund 12,4 Millionen Menschen. Neben Somalia sind Teile von Äthiopien, Dschibuti, Kenia und Uganda betroffen.