Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, besucht Syrien vorläufig nicht. Arabi wollte in Damaskus für eine Friedensinitiative der Arabischen Liga werben und sich als Vermittler zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und der Opposition anbieten. Die syrische Regierung habe darauf gedrängt, den Besuch zu vertagen, sagten Diplomaten in Kairo. Es solle demnächst ein neuer Termin festgelegt werden.

Seit Mitte März demonstrieren in Syrien fast täglich Oppositionelle gegen Staatschef Assad. Durch brutale Gegengewalt des Regimes starben nach UN-Angaben bisher mehr als 2.200 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Am Dienstag wurden Regimegegnern zufolge bei Protesten weitere acht Menschen erschossen. Die Leichen seien in der Provinz Homs und der Hauptstadt Damaskus gefunden worden, hieß es.

Die Arabische Liga hatte sich lange Zeit nicht zu den Protesten geäußert. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Arabi bei seinem Besuch im Auftrag der Staatengruppe nicht nur ein sofortiges Ende der Gewalt fordern sollte, sondern auch eine "pluralistische" und "für alle wählbaren Kandidaten offene" Präsidentenwahl im Jahr 2014.

2.300 Syrer im Libanon als Flüchtlinge gemeldet

In einem von den arabischen Außenministern der Arabischen Liga in Kairo verabschiedeten Papier werden außerdem eine Entschädigung der Opfer von Gewalt, die Freilassung politischer Gefangener und ein Rückzug der Armee aus den Städten gefordert. In der Vergangenheit hatten die Initiativen der weitgehend machtlosen und oftmals zerstrittenen Organisation aber oft nur symbolische Bedeutung.

Wegen der Gewalt in Syrien sind in den vergangenen Tagen 120 Menschen in das Nachbarland Libanon geflüchtet. Darunter seien vier Verletzte gewesen, berichtete die libanesische Zeitung Daily Star unter Berufung auf das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Insgesamt seien im Libanon etwa 2.300 Syrer als Flüchtlinge gemeldet. Die inoffizielle Zahl liege aber deutlich höher. Viele Flüchtlinge ließen sich nicht registrieren, weil sie Verfolgung durch das Regime des syrischen Präsidenten fürchteten.