Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber in den USA haben die Wirtschaftspolitik von Präsident Barack Obama kritisiert. "Die Amerikaner suchen jemanden, der das Land wieder zum Laufen bringt", sagte der texanischen Gouverneur Rick Perry bei einer TV-Debatte des US-Senders MSNCB mit weiteren sieben Bewerbern der Republikaner für das Amt.

Bei seinem Wahlkampfdebüt auf großer Bühne verwies Perry auf das wirtschaftlich erfolgreiche "Modell Texas", das er mit aufgebaut habe. In den vergangenen zehn Jahren seien dort über eine Millionen Jobs geschaffen worden.

Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit in den USA will Obama am heutigen Donnerstag vor beiden Kongresskammern sprechen und neue Maßnahmen vorstellen. Es wird erwartet, dass er ein Programm in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar zur Ankurbelung der Konjunktur vorlegt. Der Präsident hatte versprochen, dass mit den Maßnahmen eine Million neue Jobs geschaffen werden könnten. Die Arbeitslosenquote in den USA steht seit Ausbruch der Wirtschaftskrise bei etwa neun Prozent.

Anfang des kommenden Jahres beginnen bei den Republikanern die Vorwahlen, in denen sie sich für ihren Präsidentschaftskandidaten entscheiden müssen. Im November 2012 sind die Präsidentenwahlen. In jüngsten Umfragen liegt Perry deutlich vor dem bisherigen Favoriten, dem früheren Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney.

Konjunkturprogramme schaffen laut Perry keine Jobs

In der TV-Debatte versuchte auch Romney, sich als Experte in Sachen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zu präsentieren. "Unser Präsident versteht die Wirtschaft nicht. Ich schon", sagte Romney, der in der Vergangenheit auch in der Privatwirtschaft erfolgreich war. Als Gründer der Investmentgesellschaft Bain Capital habe er die Schaffung von Zehntausenden Jobs unterstützt.

Sein republikanischer Konkurrent Perry aus Texas konterte, Romney habe tolle Arbeit geleistet, "Jobs im Privatsektor überall in der Welt zu schaffen", aber nur wenige davon in den USA. Romney stellte zudem klar, dass er nicht an die Kraft kostspieliger Konjunkturprogramme glaube, wie der Präsident sie in der Krise aufgelegt hatte. "Obama hat ein für alle Mal bewiesen, dass Regierungsprogramme keine Jobs schaffen", sagte Perry

Konkrete Vorschläge im Kampf gegen die Job-Krise legten die Präsidentschaftsbewerber allerdings kaum vor. Sie kritisierten hingegen das Konzept des "Big Government", also eines Staates, der in alle Lebensbereiche vordringt.