Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad hat erstmals auf die Vorwürfe Amerikas zu einem angeblichen Komplott reagiert. Nicht Iran, sondern die USA seien Terroristen, sagte Ahmadineschad in einer Rede vor Studenten.

"Iran ist eine Kulturnation und hat eine Zivilisation und braucht sich nicht auf den Terrorismus zu berufen", sagte Ahmadineschad. In Richtung Washington fügte er hinzu: "Die Kultur des Terrorismus gehört Euch." Die Vorwürfe Obamas seien nur vergebliche Bemühungen, Fortschritt und Entwicklung in Iran zu behindern, sagte Ahmadineschad.

Die Regierung der USA wirft "Elementen der Regierung" in Iran vor, einen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in Washington geplant zu haben. Präsident Barack Obama hatte erklärt, die Vorwürfe seien "für jedermann sichtbar". Das Vorhaben sei von amerikanischen Undercover-Agenten vereitelt worden. Obama hatte die internationale Gemeinschaft zu schärferen Sanktionen gegen das Land aufgefordert.

Venezuela stellt sich hinter Iran

Zuvor hatte auch der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei die amerikanischen Anschuldigungen als "dumm" zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien Unsinn und dienten lediglich als Vorwand, um die Islamische Republik als Unterstützerin des Terrorismus zu brandmarken, sagte Chamenei. Das habe aber nicht funktioniert. Chamenei warf dem Westen vor, Iran regelmäßig mit haltlosen Anschuldigungen zu konfrontieren.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez stellte sich auf die Seite Irans. Chávez nannte die US-Vorwürfe "erfunden". Er warnte zugleich davor, sein Land könnte von den Amerikanern nun als Komplize von Iran gebrandmarkt werden. Venezuela und Iran haben ihre Beziehungen in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut und widersetzen sich den USA gemeinsam.

Saudi-Arabien will Vereinte Nationen einschalten

Saudi-Arabien will hingegen laut Medienberichten die Vereinten Nationen einschalten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sei gebeten worden, den UN-Sicherheitsrat zu informieren, berichtete die Zeitung Aschark Al-Awsat. Dies könnte zu weiteren Sanktionen gegen den Golfstaat führen. 

Vertreter der saudi-arabischen Regierung hatten nach der Veröffentlichung der mutmaßlichen Pläne der iranischen Regierung erklärt, Iran werde für jede feindliche Handlung zur Rechenschaft gezogen. Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagte in Wien, Iran versuche seinen Einfluss im Ausland durch Mord und Aufruhr auszuweiten. Saudi-Arabien werde sich einem solchem Druck nicht beugen und auf jede Aktion gegen das Königreich mit Gegenmaßnahmen antworten, sagte der Prinz. Iran und Saudi-Arabien konkurrieren seit Jahren verstärkt um die Führungsrolle in der Region.