Der Regierungschef der früheren Sowjetrepublik Kirgisistan, Almasbek Atambajew, hat die Präsidentschaftswahl in dem Land nach offiziellen Angaben gewonnen. "Atambajew hat mehr als die Hälfte der Stimmen der Bürger erhalten, die an der Wahl teilgenommen haben, und wir können sagen, dass er in der ersten Wahlrunde gewonnen hat", teilte die Wahlkommission mit. Nach Auszählung der Wahlzettel aus 95 Prozent der Wahllokale kam der Regierungschef auf 62,9 Prozent der Stimmen. Für einen Wahlsieg in der ersten Runde waren mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig.

Anderthalb Jahre nach dem Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew hatten sich 16 Kandidaten um die Nachfolge von Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa beworben. Sie scheidet Ende des Jahres aus dem Amt. Nach dem Sturz von Bakijew im April 2010 folgten opferreiche ethnische Unruhen zwischen Usbeken und Kirgisen. Durch die Wahl hofft das zentralasiatische Land, zur Normalität zurückkehren zu können.

Kirgisistan gilt als strategisch wichtig. Es beherbergt als einziges Land sowohl einen US-, als auch einen russischen Militärstützpunkt. Daher beobachteten auch die Großmächte USA und Russland die Entwicklung mit Spannung.

Eine friedliche Wahl würde Kirgisistan zum ersten unter den autoritär geführten zentralasiatischen Staaten machen, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen demokratischen Machtwechsel vollzieht. Im neuen System hat der Ministerpräsident mehr Macht als der Präsident.

Atambajews größte Herausforderer, Adachan Madumarow und Katschimbek Taschijew, kamen den Angaben zufolge auf 14,9 und 14,4 Prozent. Die Wahlkommission räumte vereinzelte Unregelmäßigkeiten bei der Wahl ein, die aber das Endergebnis nicht beeinflussen würden. Taschijew hatte bereits vor dem Endergebnis von Wahlbetrug gesprochen.