Türkische Truppen sind einem Bericht zufolge auf der Suche nach kurdischen Rebellen in den Nordirak einmarschiert. Wie die kurdische Nachrichtenagentur Firatnews meldete, überschritten türkische Kommandoeinheiten von der Größe eines Bataillons die Grenze. Die Luftwaffe bombardierte zudem mutmaßliche PKK-Stellungen in den nordirakischen Kandil-Bergen, wie türkische Sicherheitsbehörden mitteilten.

Zuvor hatten kurdische Rebellen bei Angriffen auf türkische Militärposten an der Grenze zum Irak nach Angaben von Sicherheitsbehörden 24 Soldaten und Polizisten getötet. Das berichteten örtliche Medien. Die Rebellen hätten die Sicherheitskräfte am frühen Morgen bei Cukurca, in der Provinz Hakkiri nahe der irakischen Grenze, angegriffen.

Die Nachrichtenagentur Dogan Haber berichtete, Angehörige der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK griffen eine Militärunterkunft in der Stadt an. In dem etwa 30 Minuten dauernden Feuergefecht wurden auch 18 Soldaten verwundet, hieß es in einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte einen geplanten Besuch in Kasachstan ab und berief eine Krisensitzung ein. Präsident Abdullah Gül sagte: "Die Türkei wird vom Terrorismus nicht erschüttert werden." Die Streitkräfte würden die Angreifer "bis zum Ende" verfolgen.

Die kurdisch-nationalistische Partei für Frieden und Demokratie (BDP) verurteilte die PKK-Anschläge. "Diese Angriffe brechen uns das Herz", sagte ein Sprecher der Partei. Es habe schon genug Tote gegeben, sagte der Sprecher weiter.

Der Angriff kommt einen Tag nach dem Bombenanschlag im Osten der Türkei. Dabei waren acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. Die am Straßenrand versteckte Bombe wurde per Fernzündung zur Explosion gebracht, als ein Kleinbus vorbeifuhr, teilten die Behörden der Provinz Bitlis mit. Unter den Toten waren fünf Polizisten. Vier Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Kurdische Rebellen werden aber für den Anschlag verantwortlich gemacht, wie Al Jazeera schrieb.

In den vergangenen Monaten haben kurdische Rebellen mehrere Anschläge im Südosten der Türkei verübt, schreibt das Medium weiter. Seit Juli seien 50 türkische Staatsangehörige getötet worden. Die irakische Regierung in Bagdad sieht den türkischen Angriff als Verletzung ihrer Souveränität.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der achtziger Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.