Die Bundesregierung will schwerverletzte Libyer in deutschen Krankenhäusern behandeln lassen. Geplant sei eine Luftbrücke, um Betroffene auszufliegen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes: "Wir arbeiten gemeinsam mit unseren libyschen Partnern mit Hochdruck daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass dies sehr schnell umgesetzt wird." Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Zunächst hatte die Frankfurter Rundschau über die Pläne berichtet.



Nach Angaben des Auswärtigen Amtes hält sich seit Dienstag ein deutsches Sanitätsteam mit Ärzten der Bundeswehr in Tunis auf. Es prüfe in Absprache mit der libyschen Seite, wie verletzten Opfern geholfen werden könne. Ziel sei es, den Betroffenen "schnell und unbürokratisch" dringend benötigte Hilfe zu leisten.

Visa für Verletzte



Zudem seien die deutschen Botschaften in Tunis und Kairo angewiesen, Visa für Verletzte schnell auszustellen. Auch die wieder eröffnete deutsche Botschaft in Tripolis stelle in dringenden Fällen Visa aus, teilte der Ministeriumssprecher mit. Visa-Anträge von verletzten Libyern würden vorrangig behandelt. 



Nach Angaben des libyschen Übergangsrates gibt es allein in Tunesien mehr als 2.000 schwer verletzte Staatsangehörige, die in ihrem Heimatland wegen der mancherorts anhaltenden Kämpfe und der Kriegsfolgen derzeit nicht behandelt werden können.

Gefechte um Sirte

In der libyschen Stadt Sirte kam es unterdessen erneut zu Gefechten zwischen Anhänger des gestürzten Diktators Muammar al-Gadhafi und Truppen des Übergangsrates. Es waren Explosionen zu hören, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. Über der Küstenstadt rund 410 Kilometer östlich von Tripolis stiegen schwarze Rauchwolken auf.

Am Vortag waren die Milizen des libyschen Übergangsrates in das Zentrum von Sirte, dem Geburtsort Gadhafis, vorgestoßen. Dort treffen sie jedoch immer noch auf heftigen Widerstand.