Bei der Beisetzung des ermordeten kurdischen Oppositionsführers Meschaal Tammo sind mindestens fünf Menschen von syrischen Sicherheitskräften getötet worden. Das berichteten Aktivisten von den örtlichen Komitees der Protestbewegung. Zur Trauerfeier für Tammo waren am Samstag 50.000 Menschen gekommen, darunter tausende syrische Kurden.

Die Beisetzung in der nord-syrischen Stadt Kamischli im Norden des Landes wurde dadurch zu einer Großdemonstration gegen Staatschef Baschar el Assad. Während der Proteste eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Westerwelle über Mord bestürzt

Der bekannte Oppositionelle und Kurdenführer Tammo war am Freitag in seinem Haus von vier maskierten Männern erschossen worden. Art und Weise der Ermordung deuteten darauf hin, dass die Attentäter dem Geheimdienst oder einem der regimetreuen Schlägertrupps angehörten. Tammo hatte dem syrischen Nationalrat angehört, dem wichtigsten Zusammenschluss der Opposition des Landes. Außerdem war er Sprecher der Kurdischen Zukunftsbewegung.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich "bestürzt" über die Ermordung Tammos: "Er hatte den Mut, ein neues Syrien zu fordern, das auf Freiheit, Demokratie, Toleranz und Menschenwürde gründet und war zu einem Vorbild für viele Syrer geworden. Dafür musste er nun mit seinem Leben bezahlen." Tamo sei "ein weiteres Opfer eines brutalen Regimes der Recht- und Gesetzlosigkeit" geworden. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit dem Beginn der Proteste gegen Assad Mitte März mindestens 2.900 Menschen ums Leben gekommen.