Die syrische Armee hat damit begonnen, einen Teil der Grenze zum Nachbarland Libanon zu verminen. Betroffen sei ein syrisches Gebiet bei den nordlibanesischen Dörfern Knaisse und El Hnaider, zitierte die Nachrichtenagentur AFP einen libanesischen Kommunalvertreter.

Vermutet wurde, dass die Armee damit Waffenschmuggel nach Syrien unterbinden will. In dem Land gibt es seit Monaten Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad. Das nun verminte Gebiet liegt unweit der syrischen Stadt Homs, die als Hochburg der Protestbewegung gilt.

Unterdessen töteten Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten sieben Zivilisten. Ein in den Libanon geflohener Angehöriger der Protestbewegung sagte: "Vier Menschen, darunter ein zwölf Jahre alter Junge, wurden getötet, als die Sicherheitskräfte ein Gebiet in der Provinz Deraa stürmten." Mindestens 20 Menschen seien festgenommen worden. Weitere Opfer gab es nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in der Provinz Homs.

Vermittlungsversuch der Arabischen Liga

Am Mittwoch war eine Außenministerdelegation der Arabischen Liga nach Syrien gereist, um in Gesprächen mit Assad ein Ende der Gewalt in Syrien zu vermitteln. In den staatlichen syrischen Medien wurde der Besuch der Außenminister als Beweis dafür gewertet, dass Syrien nicht isoliert sei. Ein weiteres Treffen ist für den kommenden Sonntag geplant.

Die meisten Oppositionsgruppen halten den Vorstoß der Arabischen Liga, die von Assad Reformen und einen Dialog mit den Regimekritikern fordert, für kontraproduktiv. Aktivisten veröffentlichten Aufnahmen von nächtlichen Demonstrationen in Aleppo und anderen Städten, bei denen die Arabische Liga kritisiert wurde. Während des Besuchs der Minister hatten regimetreue Syrer eine Pro-Assad-Demonstration im Stadtzentrum von Damaskus organisiert.

Aufgrund der Medienblockade lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen. Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime im vergangenen März sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen schon mehr als 3.000 Menschen getötet worden.