US-Präsident Barack Obama sieht den gewaltsamen Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gadhafi als Warnung für alle Gewaltherrscher. "Man wünscht natürlich niemandem solch ein Ende, aber es sendet eine klare Botschaft an die Diktatoren rund um den Erdball", sagte Obama in der US-Talkshow von Jay Leno. Der arabische Frühling habe Gadhafi eine Chance zu einem demokratischen Wandel gegeben. "Wir haben ihm jede Gelegenheit dazu gegeben, aber er wollte das nicht."

Obama kritisierte jedoch die Art, wie der tote Diktator öffentlich zur Schau gestellt wurde. "Es gibt einen bestimmten Anstand, mit dem Tote behandelt werden müssen", sagte er. Auch ein Gadhafi, dem "schlimme Dinge" vorgeworfen worden seien, habe einen Anspruch darauf.

Gadhafis Leichnam war nach seinem Tod tagelang in einem Kühlhaus in Misrata zur Schau gestellt worden, ehe er am Dienstag beigesetzt wurde. "Das ist etwas, an dem wir uns nicht ergötzen sollten", sagte Obama. Ein solches Ende habe auch Gadhafi nicht verdient.

Der Besuch bei Leno ist Teil von Obamas dreitägiger Tour durch Nevada, Kalifornien und Colorado, um Spenden für seinen Wahlkampf zu sammeln und für seine Wirtschaftspolitik zu werben.