Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben die Zustände während der Präsidentschaftswahl in Bulgarien kritisiert. In ihrem Bericht wiederholen die Beobachter ihr Besorgnis über "Vorwürfe des Stimmenkaufs und Druck auf Wähler" aus dem ersten Wahlgang am 23. Oktober. Bei der zweiten Wahlrunde seien jedoch zumindest die "grundlegenden Freiheiten" eingehalten worden.

In dem Bericht heißt es weiter, die Zentrale Wahlkommission sei unfähig, rechtzeitige und wirksame Entscheidungen zu wichtigen Angelegenheiten zu treffen. Besonders problematisch sei die Zählung der Stimmen in der Hauptstadt Sofia gewesen. Dort wurden manche Protokolle gar nicht bei der höher stehenden Wahlbehörde abgegeben. Säcke mit vertraulichen Unterlagen wurden ohne Aufsicht gelassen oder unbefugten Personen übergeben. Zu den Missständen gehört auch die erhebliche Verzögerung der amtlichen Ergebnisse.

Der sozialistische Kandidat für das Präsidialamt Iwajlo Kalfin hatte die Stichwahl am Sonntag mit 47,4 Prozent der Stimmen gegen den Regierungskandidat Rossen Plewneliew (52,5 Prozent) verloren. Noch am Wahlabend hatten die oppositionellen Sozialisten der Regierungspartei "Stimmenkauf und Wahlmanipulation" vorgeworfen. "Diese Wahlen können auf keine Weise demokratisch, fair und frei genannt werden", sagte der Chef der oppositionellen Sozialisten, Sergej Stanischew. Er stellte "rechtliche Maßnahmen in Aussicht", damit sich diese Zustände "nicht mehr wiederholen". Auch andere Oppositionspolitiker drohten mit einem Antrag, die Wahlen für ungültig erklären zu lassen.