Der eine kann nicht bis drei zählen, der andere muss sich des Verdachts sexueller Übergriffe erwehren. Die Dritte nervt damit, dass alles, was sie tut, angeblich göttlicher Erleuchtung entspringt. Und der Vierte wird von seiner Partei nicht geliebt und ist in seinen politischen Ansichten von großer Geschmeidigkeit.

Gäbe es nicht die Präsidentschaftskandidaten – die Republikaner könnten eigentlich voller Zuversicht auf die Wahl im November 2012 schauen . Denn die Zahlen sprechen derzeit für einen Wechsel im Weißen Haus. Die Arbeitslosigkeit liegt bei neun Prozent und Besserung ist kaum in Sicht. Dreiviertel der Amerikaner finden, ihr Land sei auf dem falschen Weg. Über die Hälfte meint, der Demokrat Barack Obama mache einen schlechten Job. Die Mehrheit der eigentlich notorisch optimistischen Nation schaut eher pessimistisch in die Zukunft.

Doch Zahlen allein machen noch keinen neuen Präsidenten. Am Ende kommt es auch darauf an, wer dem Amtsinhaber Obama den Job streitig machen will. Und ob dieser Herausforderer gleichzeitig sowohl die eigene, nach rechts gewanderte Partei als auch Amerikas politische Mitte für sich gewinnen kann. Derweil finden sich aber nur Kandidaten für die eine oder die andere Option und niemand, der gleichermaßen Rechte wie Gemäßigte begeistert. Es ist schizophren: Die Voraussetzungen für einen republikanischen Wahlsieg sind so günstig wie selten zuvor, doch die republikanischen Bewerber könnten gerade diese Chance ruinieren.

Favorit ist 60 Tage vor der ersten Vorwahl der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney. Doch der Republikaner vertrat lange Zeit im Grunde demokratische Positionen. Weil er für eine Gesundheitsreform, stärkeren Klimaschutz, ein Recht auf Abtreibung und die Gleichberechtigung schwuler Partnerschaften war, trauten ihm die Konservativen in seiner Partei nicht über den Weg.

Romney ist der ungeliebte Favorit. Er könnte zwar die politische Mitte für sich einnehmen und Obama gefährlich werden. Aber die Konservativen finden keinen Gefallen an ihm. Seit Monaten dümpelt Romneys innerparteiliche Zustimmungsrate bei gerade einmal 25 Prozent. Alles Bemühen der Parteirechten gilt im republikanischen Vorwahlkampf darum, einen starken Gegenkandidaten zu finden, der ideologisch zuverlässiger ist und den wetterwendischen Romney aus dem Feld schlagen könnte.

Vor Monaten noch hieß diese Hoffnung Michele Bachmann, die stramm rechte, evangelikale Kongressabgeordnete aus Minnesota. Doch schnell wurde deutlich, dass sie zu schrill und politisch zu unerfahren ist. Die Eiferin ist keine Person, die Herzen gewinnen kann.

Ihr Stern verblasste und ein neuer stieg am Republikaner-Himmel auf. Er hieß Rick Perry. Viele Konservative überschlugen sich vor Begeisterung, als der langjährige Gouverneur von Texas, ein Liebling der rechten Tea Party-Bewegung, im Spätsommer endlich seine Kandidatur erklärte. Doch zwei, drei Debatten später war die Freude bereits versiegt. In dieser Woche versetzte er seiner Kandidatur wahrscheinlich den Todesstoß. In einer Fernsehdebatte versprach er die Abschaffung drei staatlicher Behörden , konnte aber nicht bis drei zählen, verhaspelte sich und stotterte fast eine Minute lang.