In Belgien hat der mit der Regierungsbildung betraute Sozialist Elio Di Rupo aufgegeben. Nach einem Rückschlag bei den Verhandlungen für den Haushalt 2012 hat Di Rupo bei König Albert II. seinen Rücktritt eingereicht, berichtete der Königspalast. Der König habe diesen noch nicht angenommen, sondern die sechs an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien gebeten, "die Folgen eines Scheiterns" der Gespräche zu bedenken, hieß es.

Seit den Parlamentswahlen im Juni 2010 ist es in Belgien nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Die Regierung von Ministerpräsident Yves Leterme, die im April 2010 im Streit zwischen Flamen und Frankophonen zerbrochen war, ist nur noch kommissarisch im Amt.

Erst in der Nacht zu Montag war der jüngste Versuch zur Bildung einer Regierung aus sechs flämischen und französischsprachigen Parteien gescheitert. Grund für den Abbruch der Gespräche waren Meinungsverschiedenheiten über den Weg, die Neuverschuldung des bereits hoch verschuldeten Landes zu reduzieren.

Der Sozialist Di Rupo bezeichnete die Lage angesichts der bestehenden Differenzen über den Haushalt 2012 als "dramatisch". Zuvor hatte er wochenlang mit den Chefs der übrigen Parteien verhandelt. Sein Ziel war es, im kommenden Jahr 11,3 Milliarden Euro einzusparen, was rund zehn Prozent des Haushalts entspricht.

Die Budget-Gespräche in Belgien stehen unter enormem Druck. Das hoch verschuldete Königreich hat – nach Italien und Spanien – mit wachsendem Misstrauen der internationalen Finanzmärkte zu kämpfen.