Die Regierung in Teheran hat den Bericht der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) über Irans Atombomben-Programm zurückgewiesen. Die Darstellung sei "politisch motiviert, unausgewogen und unprofessionell", sagte der iranische Vertreter bei der IAEA, Ali-Asgar Soltanieh, der staatlichen Nachrichtenagentur Fars. "Die internationale Gemeinschaft wird den Bericht ebenfalls als politisch motiviert auffassen." Er verstoße gegen die UN-Normen und habe das Ansehen der IAEA beschädigt.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte bei einem öffentlichen Auftritt, sein Land werde das Atomprogramm "unbeirrt" fortsetzen, brauche aber keine Atomwaffen. Nichts könne den Fortschritt in Iran aufhalten.

In dem Bericht werden Hinweise auf gezielte und verdeckte Bemühungen Irans aufgeführt, die Fähigkeit zum Bau von Atombomben zu erlangen. Nach Erkenntnissen der IAEA hat Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet. Unter anderem seien Experimente mit starkem Sprengstoff ein wesentliches Indiz für diese Waffenentwicklungen. Besonders beunruhigt ist die IAEA über Studien zu atomaren Bauteilen aus den Jahren 2008 und 2009.

Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, es werde keine "automatische Reaktion" seines Landes geben. Man müsse den Bericht erst studieren. Der scharfe Ton des IAEA-Berichts könnte einen baldigen israelischen Militärschlag unwahrscheinlich machen. Jerusalem werde nun abwarten, ob die Staatengemeinschaft ihre Sanktionen gegen Iran verschärfe, hieß es in israelischen Medien. Deutschland, Russland und Frankreich haben Israel vor einem Angriff auf iranische Nuklearanlagen gewarnt.

Moskau ist "enttäuscht und befremdet"

Russland kritisierte den Bericht als hinderlich für einen Dialog mit der Regierung in Teheran. Dadurch würden die Chancen auf eine diplomatische Lösung zunichte gemacht. Russland sei von dem Schritt enttäuscht und befremdet. Den Bericht selbst wollte Moskau nicht kommentieren. "Wir müssen das Dokument, das wir bisher nicht vollständig erhalten haben, erst sorgfältig studieren", teilte das Außenministerium mit.