Die USA, Großbritannien und Kanada haben ihre Sanktionen gegen Iran verschärft. Nach der Veröffentlichung des Berichts der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) seien weitere Schritte nötig gewesen, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen erlange, hieß es von allen drei Regierungen.

So haben die USA ihre Sanktionen nach Regierungsangaben erstmals auf den iranischen Energiesektor ausgeweitet. Zudem sind Sanktionen gegen den Finanzsektor des Landes vorgesehen. Wie der Nachrichtensender CNN und das Wall Street Journal berichteten, soll das iranische Bankwesen offiziell der Geldwäsche bezichtigt werden. Dieser Schritt wäre eine indirekte Aufforderung an ausländische Regierungen und Unternehmen, ihre Geschäftsverbindungen mit dem Iran zu kappen. US-Präsident Barack Obama machte erneut klar, dass er es nicht zulassen werde, dass Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt.

Auch Großbritannien will seine Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor richten. Die Banken müssen ihre gesamten Geschäfte mit iranischen Instituten beenden, wie Finanzminister George Osborne sagte. Das sei nach der Veröffentlichung des IAEA-Berichts ein weiterer Schritt, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen bauen könne. Außenminister William Hague sagte, alle Maßnahmen seien unter den wichtigsten internationalen Partnern abgestimmt. 

Kanada verhängte Strafmaßnahmen gegen "alle bekannten Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden". Sie zielten darauf, "praktisch alle Transaktionen" mit iranischen Banken einschließlich der Zentralbank zu stoppen, sagte der kanadische Außenminister John Baird. Eine Ausnahme sei nur vorgesehen, um iranisch-kanadischen Bürgern Überweisungen an ihre Familien zu erlauben.

Zudem sollten Sanktionen gegen eine Reihe iranischer Firmen verhängt werden, die in das Atomprogramm des Landes verwickelt sein sollen, hieß es. Direkte Strafmaßnahmen der USA gegen die iranische Zentralbank, über die die Ölgeschäfte des Landes abgewickelt werden, sind aber offenbar noch nicht geplant. Die Regierung in Washington befürchtet, dass dies die Energiepreise steigen lassen könnte.

Frankreich: "Noch nie dagewesene Sanktionen"

Neben Kanada erhöhte auch Frankreich den Druck. Die Regierung rief dazu auf, "ab sofort" die Guthaben der iranischen Zentralbank einzufrieren und den Ölhandel mit dem Iran einzustellen. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere europäische Partner wie die USA und Japan sprach sich Paris für "noch nie dagewesene Sanktionen" aus. Das Verhalten der iranischen Regierung stelle eine "schwere Bedrohung" dar.

Iran verurteilte die neuen Sanktionen als "aussichtslos". Sie zeigten die Feindseligkeit der Staaten gegenüber Iran, sagte ein Sprecher des Außenminsteriums. Russland bezeichnete sie als inakzeptabel, da die Sanktionen Völkerrecht verletzten. Ein konstruktiver Dialog sei nun noch stärker erschwert.

Die Atomenergieagentur IAEA hatte vergangene Woche in ihrem Bericht erstmals "glaubwürdige Hinweise" für eine militärische Dimension des iranischen Atomprogramms aufgelistet. Der IAEA-Gouverneursrat verabschiedete daraufhin am Freitag eine Resolution, in der er seine "tiefe und wachsende Sorge" über Irans atomare Ambitionen äußerte. Die IAEA setzte der iranischen Regierung eine Frist bis März, um den Verdacht auszuräumen. Iran wies bisher alles zurück und beteuerte, das Atomprogramm diene rein friedlichen Zwecken.