Nach monatelangen Protesten von Regierungsgegnern gibt die kuwaitische Regierung nach. "Wir haben uns aus nationalem Interesse zum Rücktritt entschieden", sagte Ministerpräsident Nasir al-Muhammad al-Ahmad as-Sabah dem staatlichen Fernsehen. Die Regierung war erst im vergangenen Mai vereidigt worden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Kuna meldete, der Emir von Kuwait, Dschabir al-Achmed al-Dschabir Al Sabah, habe den Rücktritt der Minister akzeptiert. Er habe sie jedoch gebeten, die Amtsgeschäfte so lange weiterzuführen, bis eine neue Regierung vereidigt sei.

Seit Monaten zogen in Kuwait Demonstranten vor das Parlament, um den Rücktritt der Regierung zu fordern. Der Protest richtete sich gegen korrupte Minister und Parlamentarier. Für Montag war eine größere Kundgebung geplant, die erstmals auch von den Anführern einiger Stämme unterstützt wurde.

Die Demonstranten gaben Ministerpräsident Nasir die politische Verantwortung für die Verfehlungen. Zudem steht auch der nun zurückgetretene Regierungschef im Verdacht, korrupt zu sein.

Mitte November hatten Hunderte Demonstranten das Parlamentsgebäude gestürmt. Seitdem sitzen 24 Menschen in Untersuchungshaft.

Kuwaits Regierung hatte bisher zurückhaltend auf die Proteste reagiert. Die Regierung versuchte damit offenbar dem Schicksal anderer arabischer Führungen zu entgehen: Vier autokratische Herrscher wurden während des arabischen Frühlings von der Bevölkerung gestürzt.

Auch dank eines großzügigen Wohlfahrtssystems hatte Kuwait lange Zeit Massenproteste vermeiden können. Kuwait besitzt etwa ein Zehntel der weltweiten Rohölreserven.