Die konservative Regierung Neuseelands hat die Parlamentswahl gewonnen, aber ihr Ziel einer absoluten Mehrheit verfehlt. Die oppositionelle Labour-Partei verlor weiter, die Grünen hingegen überraschten mit deutlichen Zugewinnen.

Ministerpräsident John Key erklärte nach Auszählung fast aller Stimmen, er habe sich erneut die Zustimmung zweier kleinerer Parteien gesichert, sodass seine Mehrheit stehe. Die Nationalpartei verbesserte sich um zwei auf 60 der 121 Mandate. Die Labour-Partei verliert elf Sitze.

Der frühere Devisenhändler Key und seine Nationalpartei waren als Favoriten in die Wahl gegangen. Key hat angekündigt, die Politik des Schuldenabbaus, der Ausgabenkürzungen und der Privatisierung von Unternehmen fortzusetzen. Bis 2014/15 will er zudem einen Haushaltsüberschuss erreichen. Key gilt als einer der populärsten Regierungschefs in der Geschichte Neuseelands. Seine Anhänger rühmen ihn, das Land mit ruhiger Hand durch mehrere Erdbeben, ein Zechenunglück und die Weltfinanzkrise geführt zu haben.

Doch ist die Schuldenkrise nicht spurlos an Neuseeland vorbeigegangen. Das Land habe zunehmend Schwierigkeiten, auf den internationalen Finanzmärkten Geld zu bekommen, sagte Zentralbank-Chef Alan Bollard. Nach dem Erdbeben stufte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der pazifischen Inselrepublik auf AA von AA+ herab. Wegen der niedrigen Sparquote seiner 4,4 Millionen Bürger ist das Land auf Kredite aus dem Ausland angewiesen.