Angesichts der jüngsten Spannungen mit China hat US-Präsident Barack Obama den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao am Rande eines Asien-Gipfels zu einem kurzen Gespräch getroffen. An dem Treffen auf der indonesischen Insel Bali nahm auch US-Außenminister Hillary Clinton teil, wie US-Regierungsvertreter mitteilten.

Bei dem Treffen sei es um den seit Langem bestehenden Streit über die Seegrenzen im pazifischen Raum gegangen. Obama habe deutlich gemacht, dass die USA an einem ungehinderten Warenfluss im Südchinesischen Meer und an einer friedlichen Lösung der dort bestehenden Konflikte interessiert seien. Der US-Präsident hatte zuvor gefordert, dass die Seegrenzen zwischen China, Vietnam, den Philippinen und Taiwan während des Asien-Gipfels erörtert werden müssten. China will dies ausschließlich mit den betroffenen Ländern klären.

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind seit Längerem schwierig. Die jüngste Ankündigung des US-Präsidenten, die Militärpräsenz in Australien zu verstärken, hatte in China für erneute Verstimmungen gesorgt.

Thema des Gesprächs waren US-Angaben zufolge auch wirtschaftspolitische Fragen. So sei es etwa um den Kurs der chinesischen Währung gegangen. Die USA machen die schwache chinesische Währung für ihre hohen Verluste im Außenhandel verantwortlich. Kritiker halten den Yuan für deutlich unterbewertet. Chinas Wirtschaft profitiert von einem niedrigen Kurs, weil chinesische Waren im Ausland dadurch günstig sind.