Die russische Regierungspartei Einiges Russland hat die Präsidentschaftskandidatur von Wladimir Putin bestätigt. Alle 11.000 Delegierten stimmten auf dem Parteitag in dem Moskauer Luschniki-Sportpalast für den jetzigen Ministerpräsidenten. Putin sagte, er akzeptiere den Vorschlag "natürlich".

In einer Rede warnte Putin das Ausland davor, sich in die anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen einzumischen. Russland sei eine Demokratie und ein "verlässlicher" und "berechenbarer Partner", sagte Putin. Das Land lasse sich jedoch "niemals etwas vom Ausland vorschreiben". Dieses versuche, die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in Russland zu finanzieren, "um selbst den Verlauf des Wahlkampfs in unserem Land zu beeinflussen", sagte Putin. Solche Versuche seien aber "unnütze Arbeit" und "verschwendetes Geld", das besser zur Rückzahlung von Staatsschulden verwendet werden könne.

Es gibt keinen beliebteren Politiker in Russland

Die Delegierten riefen "Bravo", "Russland, Russland" oder "Putin, Putin" und schwenkten russische Fahnen. Das Staatsfernsehen übertrug die Entscheidung live. Unter den Unterstützern war auch der jetzige Staatschef Dmitrij Medwedjew. Medwedjew zufolge gebe es "keinen erfolgreicheren, erfahreneren und beliebteren Politiker in Russland als Wladimir Putin". Putin und Medwedjew hatten Ende September bekannt gegeben, dass sie ihre Ämter tauschen wollen.

Die Parlamentswahl findet am kommenden Sonntag statt, die Präsidentschaftswahl am 4. März 2012. Putin war bereits in den Jahren 2000 bis 2008 Staatschef und räumte den Posten für Medwedjew, weil er nach zwei Mandaten in Folge gemäß der Verfassung zunächst nicht noch einmal kandidieren durfte. Wenn Putin wie erwartet im März zum Präsidenten gewählt wird, könnte er wieder zwei Amtszeiten absolvieren.

Medwedjew hatte in seiner Amtszeit Verfassungsänderungen vorangetrieben, die Putin zugute kommen dürften. So wurde die Amtszeit des Präsidenten von vier auf sechs Jahre verlängert. Damit könnte der 59-jährige Putin bis zum Jahr 2024 an der Macht bleiben. Er wäre dann 72 Jahre alt und nach dem Diktator Josef Stalin der am längsten regierende Herrscher im Kreml.