Griechenlands regierende Sozialisten haben sich mit den Konservativen nicht auf einen Ministerpräsidenten für eine gemeinsame Notregierung einigen können. Ein Treffen von Staatspräsident Karolos Papoulias mit den Parteiführern am Abend habe keine Einigung ergeben, berichtete das staatliche Fernsehen NET.

Die Beteiligten wollen am Donnerstag weiter verhandeln. Der sozialistische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte zuvor seinen Rücktritt in einer TV-Ansprache angekündigt, um den Weg für eine überparteiliche Regierung der nationalen Einheit freizumachen, die das Land aus der Krise führen soll.

In griechischen Medien hieß es, dass Oppositionsführer Antonis Samaras und seine Nea Demokratia (ND) im letzten Moment die Einigung auf den bisherigen Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos wieder ablehnten.

Der 60-jährige Petsalnikos ist Politiker der sozialistischen Partei Pasok von Papandreou und ein langjähriger Weggefährte des bisherigen Ministerpräsidenten. Er studierte in den 70er Jahren Jura in Bonn und gehörte 1974 zu den Gründungsmitgliedern der Pasok. Petsalnikos ist mit der deutschen Rechtanwältin Mariele Biedendieck verheiratet.

"Neue politische Mentalität" begründen

Die Hauptaufgabe einer Übergangsregierung in Griechenland ist es, eine Insolvenz des hochverschuldeten Landes zu verhindern, die Vorgaben des internationalen Hilfspaketes umzusetzen und verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland ist seit dem vergangenen Jahr auf internationale Hilfen angewiesen.

In seiner Ansprache hatte Papandreou bereits gesagt, dass die neue Regierung bereits feststehe. Den Namen seines Nachfolgers an der Spitze dieser Übergangsregierung aus Sozialisten und Konservativen nannte er aber nicht. "Es übernimmt eine Regierung, die über den Parteien steht", sagte er lediglich.

"Mit der Bildung dieser Regierung senden wir ein starkes Signal an die internationale Gemeinschaft", sagte Papandreou. Griechenland sei sich in der Krise einig wie nie zuvor. Er habe seine Entscheidung getroffen, "um eine neue politische Mentalität" in dem Land zu begründen. Für Griechenland beginne damit eine neue Ära. "Das Übereinkommen gibt dem Land Sicherheit in einer bewegten Zeit."