In Syrien haben Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad neun Menschen getötet. Das berichtete eine syrische Menschenrechtsorganisation. Allein in Homs, einer Hochburg der Proteste, seien drei Menschen erschossen worden. Den Angaben zufolge feuerten Panzer auf die Stadt. In der nördlichen Provinz Idlib wurden laut Menschenrechtlern vier Mitglieder einer regimetreuen Miliz getötet.

Nun befürchtet die Arabische Liga das der vereinbarte Friedensplan zum Ende der Gewalt in Syrien scheitert. Dies hätte "katastrophale" Auswirkungen auf die Situation in Syrien und der Region, erklärte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Die Führung in Damaskus forderte er auf, dem Blutvergießen ein Ende zu setzen und schnellstens Schritte zur Umsetzung des Plans einzuleiten.

Die Arabische Liga hatte Syrien am Mittwoch zwei Wochen Zeit gegeben, um das Militär aus den Städten abzuziehen und politische Gefangene freizulassen. Zudem sollen Journalisten Zugang ins Land erhalten. Bisher hat die syrische Regierung ihre Versprechungen an die Opposition so gut wie nie eingehalten. Die syrische Opposition rief deshalb für Sonntag zu einem Generalstreik auf.

Erst kurz vor dem erneuten Ausbruch der Gewalt hatte Assads Regime einen Rückzug der Streitkräfte aus Wohngebieten in Aussicht gestellt. Der Vize-Außenminister Abdel Fattah Ammura sagte der britischen Tageszeitung Daily Telegraph in einem Interview, dass er hoffe, dies geschehe noch vor dem islamischen Opferfest am Sonntag.

Der Aufstand gegen al-Assad dauert seit sieben Monaten an. Allein am Freitag starben landesweit 23 Menschen. Nach UN-Angaben wurden bislang über 3.000 Menschen getötet. Die Regierung in Damaskus erklärte, ihr Kampf richte sich gegen militante Islamisten und bewaffnete Banden. In den Kämpfen seien 1.100 Soldaten und Polizisten getötet worden.