Die ägyptischen Justizbehörden haben die Razzien bei internationalen Institutionen wie der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) in Kairo verteidigt, aber zugleich ein Ende der Durchsuchungen versprochen. Die staatliche Tageszeitung Al-Ahram berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle aus dem Justizbereich, dass alle betroffenen Nichtregierungsorganisationen nicht pflichtgemäß registriert gewesen seien. Nach Informationen der New York Times versicherten führende Mitglieder des regierenden Militärrats zugleich der US-Botschafterin Anne Patterson, dass die Polizeiaktionen nicht fortgesetzt werden.

Aus Justizkreisen hieß es, da die Institutionen nicht ordnungsgemäß zugelassen seien, hätten sie nicht die Genehmigung, in dem nordafrikanischen Land zu arbeiten. Drei US-amerikanische Organisationen hätten beispielsweise nach dem Sturz des Machthabers Hosni Mubarak in fünf Provinzen Büros ohne Lizenz eröffnet. Es sei keine Einrichtung betroffen, die sich an das ägyptische Recht halte, hieß es.

Weltweit Kritik an ägyptischen Behörden

Die Razzien bei 17 ägyptischen und ausländischen Nichtregierungsorganisationen hatten weltweit Proteste ausgelöst. Die Behörden hatten den Einsatz mit dem Verdacht auf illegale ausländische Finanzhilfen für ägyptische Organisationen begründet. Vertreter der ägyptischen Demokratiebewegung warfen dem Militärrat Einschüchterungsversuche vor.

Die von den Durchsuchungen betroffene Konrad Adenauer Stiftung arbeitet seit über 30 Jahren in Ägypten. Nach Angaben des KAS-Vorsitzenden Hans-Gert Pöttering wurden dem Büroleiter in Kairo keine Dokumente vorgelegt, in denen Vorwürfe konkretisiert wurden. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten bei der Durchsuchung sämtliche Computer und zahlreiche Dokumente der Stiftung beschlagnahmt und das Büro versiegelt. Die Bundesregierung protestierte daraufhin beim ägyptischen Botschafter.

Die Bundesregierung hat den parteinahen Stiftungen für den Aufbau demokratischer Strukturen in Ägypten und anderen Umbruchländern zusätzlich Geld zur Verfügung gestellt. Dazu gehören aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums fünf Millionen Euro für einen Demokratiefonds, acht Millionen für einen Beschäftigungsfonds, sowie 23 Millionen für einen Wirtschaftsfonds. Hinzu kommen zunächst bis 2013 jährlich je 50 Millionen Euro aus dem Etat des Auswärtigen Amtes.