Die USA haben dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nach seinem Interview im amerikanischen Fernsehen Realitätsverlust vorgeworfen. Assad habe entweder "jegliche Macht verloren oder sich komplett von der Realität abgekoppelt", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner.

Es könne sich allerdings auch um "Geringschätzung" handeln – oder Assad sei "verrückt, wie er selbst sagt", fuhr Toner fort. In jedem Fall aber halte Washington an seiner Position fest, dass Assad alle Glaubwürdigkeit verloren habe und zurücktreten müsse.

In dem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender ABC News hatte der syrische Diktator darauf beharrt, den Tod von Tausenden Zivilisten bei der Niederschlagung der Proteste nicht befohlen zu haben.

"Keine Regierung der Welt ermordet ihr eigenes Volk, es sei denn, sie wird von einem Verrückten geführt", sagte Assad. Der US-Außenamtssprecher erwiderte, es gebe eine "deutliche Kampagne gegen friedliche Demonstranten", für die Assad und seine Gefolgsleute letzten Endes bestraft werden würden.

In Syrien geht das Assad-Regime seit Monaten brutal gegen Demonstranten vor, die mehr Demokratie fordern. Die Vereinten Nationen schätzen, dass seit Beginn der Proteste im März etwa 4.000 Menschen getötet wurden, darunter mindestens 370 Kinder.