Nach schweren Zusammenstößen mit mindestens elf Toten hat der kasachische Staatschef Nursultan Nasarbajew den Ausnahmezustand über die Stadt Schanaosen verhängt. Öffentliche Proteste und Streiks seien vorerst bis zum 5. Januar 2012 verboten. Bis dahin gelte auch eine nächtliche Ausgangssperre, teilten die Behörden mit.

Bei Unruhen zwischen streikenden Ölarbeitern und der Polizei waren gestern am kasachischen Unabhängigkeitstag elf Menschen getötet und 86 verletzt worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden etwa 70 Demonstranten festgenommen.

Jugendliche und Ölarbeiter hatten bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag eine Festbühne gestürmt und Gebäude und Autos in Brand gesteckt. Sondereinheiten der Polizei drängten die mit Stöcken und Brandbomben bewaffnete Menge später mit Tränengas zurück.

Streik gegen Ausbeutung und für höhere Löhne

In der Stadt nahe dem Kaspischen Meer fordern Arbeiter seit Monaten höhere Löhne und protestieren gegen ihre Ausbeutung. Nach Gewerkschaftsangaben hatten sich gestern rund 3.000 Demonstranten im Stadtzentrum versammelt.

Kasachstan hatte am 16. Dezember 1991 als letzte von 15 Sowjetrepubliken seine Unabhängigkeit erklärt. Präsident Nasarbajew regiert den Steppenstaat bereits seit Sowjetzeiten.