Nach der Provinz Salaheddin hat sich nun auch die nördlich an Bagdad angrenzende Provinz Dijala zum Autonomiegebiet erklärt. 18 der insgesamt 29 Ratsmitglieder hätten dafür gestimmt, erklärte ein kurdisches Mitglied des Provinzrates.

Die Provinz Salaheddin hatte aus Unzufriedenheit über die Zentralregierung bereits im November erklärt, sie wolle ab sofort autonom sein. Dies war von Bagdad nicht anerkannt worden. Der Fall liegt jetzt beim Obersten Gericht. Offiziell sind bislang nur die drei kurdischen Nordprovinzen autonom.

In Salaheddin wurde am Dienstag nach Angaben aus Sicherheitskreisen der Bürgermeister eines Dorfes entführt. In der Nacht verschleppten Unbekannte einen weiteren Zivilisten in der Ortschaft Tus Chormato. Ein Polizeioffizier starb durch eine Bombe. Andernorts in der Provinz fand die Polizei die Leiche eines Mordopfers.

Gewalt auch in anderen Städten

In der Stadt Mosul wurden ein Polizeioffizier und sein Leibwächter Opfer eines Attentats. Drei Menschen starben nach Informationen der Polizei, als eine Bombe neben einer Straßensperre in Abu Ghureib, westlich von Bagdad, detonierte.

Im Irak halten sich derzeit noch rund 6.000 US-Soldaten auf, die bis zum Jahresende abziehen sollen. Damit endet der Militäreinsatz, der im April 2003 mit einer Invasion zum Sturz des Diktators Saddam Hussein begonnen hatte.

Obama sichert Irak Unterstützung zu

US-Präsident Barack Obama hatte nach einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in Washington erklärt, im Irak seien in den vergangenen Jahren "bedeutende Fortschritte" erzielt worden. Die US-Soldaten verließen das Land "mit Ehre und mit erhobenen Häuptern".

Obama sicherte dem Irak auch nach dem Truppen-Abzug Unterstützung zu. "Auch wenn wir diesen Krieg beenden und der Irak in die Zukunft blickt, sollte das irakische Volk wissen, dass es nicht allein sein wird," sagte Obama. Die USA blieben ein starker und ausdauernder Partner des Iraks.