Mehrere Hunderttausend Menschen sind nach Angaben der syrischen Opposition im ganzen Land dem Aufruf zu Protesten gegen die Politik von Präsident Baschar al-Assad gefolgt. Allein in der Stadt Idlib seien nach den Freitagsgebeten rund 250.000 Menschen durch die Straßen gezogen, teilte die Beobachtergruppe für Menschenrechte mit. Mindestens neun Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten in Homs und Daraa getötet.

Auch in Hama und dem Vorort Duma der Hauptstadt Damaskus demonstrierten Zehntausende Menschen gegen das anhaltende Blutvergießen. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe bewarfen die Demonstranten in Duma die Einsatzkräfte mit Steinen. Dabei seien mindestens 24 Menschen verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten Tränengas in die Menge geschossen, um die Menschen auseinanderzutreiben. Ausländischen Journalisten hat Syrien die Berichterstattung verboten.

Aktivisten der syrischen Opposition hatten zu den Protesten aufgerufen. Die Menschen sollten auf die Straße gehen und den Beobachtern der Arabischen Liga ihre Lage vor Augen führen. Die Beobachter-Gruppe soll einen Friedensplan überwachen, in dem die Regierung in Syrien ein Ende der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste zugesagt hat.

Verärgerung über die arabischen Beobachter

Die Mission sorgt bei der Opposition allerdings zunehmend für Unmut. "Wir wissen, dass das Blutvergießen nicht allein deshalb enden wird, weil sie da sind", sagte ein Oppositionsvertreter aus Hama über die Vertreter der Arabischen Liga, die seit Mittwoch im Land unterwegs sind. "Aber wenigstens werden sie es sehen."

Die Zustimmung der syrischen Führung zu der Mission halten die Gegner des Assad-Regimes zudem für ein Ablenkungsmanöver. Der politischen Führung gehe es allein darum zu verhindern, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der Krise befasse. Die Opposition fordert schon seit geraumer Zeit sogenannte Schutzzonen an der Grenze zur Türkei.

Arabische Liga setzt Inspizierung der Krisenregionen fort

Die Teams der Arabischen Liga setzten derweil ihre Besuche in den Krisengebieten des Landes fort. Mehr als 100 Konfliktregionen wollen sie bis Ende Januar inspiziert haben. Ein Aktivist äußerte Kritik an Mustafa al-Dabi, dem sudanesischen Delegationsleiter. Er sei Vertreter eines Regimes, das für die Unterdrückung der Opposition bekannt sei. Der sudanesische General gilt als Vertrauter von Sudans Präsidenten Omar al-Baschir, gegen den wegen der Kriegsverbrechen in Darfur ein internationaler Haftbefehl vorliegt.

Seit Beginn des Aufstands vor neun Monaten sind nach Angaben der Vereinten Nationen in Syrien mehr als 5.000 Menschen getötet worden.