Die Zahl der Todesopfer der Gewalt in Syrien ist nach neuen Schätzungen der Vereinten Nationen auf mehr als 5.000 gestiegen. Zudem seien beim Vorgehen der staatlichen Sicherheitskräfte wahrscheinlich mehr als 14.000 Menschen festgenommen worden. Das Hochkommissariat für Menschenrechte habe deshalb den Sicherheitsrat über die jüngsten Entwicklungen in Syrien informiert und dabei auch diese Zahl genannt, sagte Kommissarin Navi Pillay. Bisher waren die UN von etwa 4.000 Toten ausgegangen.

Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich nach einem Treffen mit Pillay erschüttert. "Die Schilderungen der Lage in Syrien sind bedrückend", erklärte er. Bei den 5.000 Toten habe es sich um Menschen gehandelt, die für ihre Freiheit und für ihre Bürgerrechte eingetreten seien. "Es ist uns auch von grausamen Einzelschicksalen berichtet worden, die mich tief erschüttert haben." Es sei daher richtig, dass sich der Sicherheitsrat erneut mit der Lage in Syrien befasse.

"Ich appelliere an die Länder im Sicherheitsrat, die immer noch zögerlich sind, nun in Anbetracht der Zunahme von Grausamkeiten und Repressionen zu handeln und eine klare Reaktion des Sicherheitsrats mitzutragen", sagte Westerwelle. Russland und China hatten als Vetomächte zuletzt eine härtere Gangart gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verhindert.

Seit Mitte März gibt es in Syrien heftige Proteste gegen die autoritäre Herrschaft von Präsident Assad. Die Sicherheitskräfte gehen mit aller Härte gegen die Mitglieder der Opposition vor. Alleine seit dem 2. Dezember hätten die syrischen Sicherheitskräfte mehr als 200 Menschen getötet, sagte Pillay. "Diese Situation ist nicht zu tolerieren."