Mit Bestürzung und Trauer haben weltweit Politiker und Wegbegleiter von Václav Havel auf den Tod des früheren tschechischen Präsidenten reagiert. Havels Nachfolger Václav Klaus würdigte ihn als "Symbol des modernen tschechischen Staates".

Havel verdiene Anerkennung für seinen "mutigen Kampf mit dem kommunistischen Regime", sagte Klaus in einer Fernsehansprache. Durch Havel sei Tschechien zu einem "Teil der Gemeinschaft freier und demokratischer Länder" geworden. Klaus war Havel 2003 als Staatschef gefolgt. Der tschechische Regierungschef Petr Nečas ehrte Havel als "Symbol für die Rückkehr unseres Landes zur Demokratie".

Auch der polnische Europaparlaments-Präsident Jerzy Buzek erklärte, Havel stehe für die "Wiedervereinigung Europas". "Er war und bleibt ein Held." Polens früherer Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki ehrte Havel als "einen der großen Namen unserer Epoche" und als "großen Humanisten".

Havels Gedichte und Theaterstücke bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb an Klaus, gerade Deutschland habe Havel viel zu verdanken. Deutschland trauere "um den Verlust eines großen Europäers". Bundespräsident Christian Wulff sagte: "Wir Deutsche verneigen uns vor Václav Havel, der sich immer für Vertrauen und gute Nachbarschaft in den deutsch-tschechischen Beziehungen eingesetzt hat."

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erinnerte vor allem an Havels künstlerischen Einfluss: "Der Mensch ist gestorben, aber das Erbe seiner Gedichte, Theaterstücke und vor allem seiner Ideen und sein persönliches Beispiel werden auch in kommenden Generationen lebendig bleiben."

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen würdigte Havels Verdienste auf dem Weg Tschechiens in die Nato. "Er hatte den Mut, die Vision und die Hingabe, für eine bessere Zukunft seines Landes zu kämpfen", sagte Rasmussen in Brüssel. Als Präsident habe Havel die Tschechische Republik in diese Zukunft und in die Nato geführt – 1999 bei der Erweiterung der Militärallianz um die ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten. "Er war ein außergewöhnlicher Mann, der sein Land durch außergewöhnliche Zeiten führte", sagte Rasmussen.