Der Chef des russischen Sicherheitsrats hat vor einer militärischen Eskalation im Atomstreit mit dem Iran gewarnt. Israel dränge die USA zu einer Eskalation des Konflikts, sagte Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew der russischen Zeitung Kommersant . Es bestehe die "reale Gefahr eines US-Militärangriffs auf den Iran ". Die USA sehen das Land als ihr "Hauptproblem" an. Um den Iran von einem Feind zu einem Partner zu machen, strebten sie "mit allen Mitteln" einen Regimewechsel an.

Patruschew kritisierte, dass es mangelnde Belege für ein iranisches Atombombenprogramm gebe. "Seit Jahren hören wir, dass die Iraner praktisch nächste Woche eine Atombombe bauen werden, aber noch immer hat niemand die Existenz einer militärischen Komponente des iranischen Atomprogramms bewiesen."

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten deutlich zugenommen, nachdem Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren. Auch testete der Iran bei einem Marinemanöver im Persischen Golf Raketen. Am Mittwoch wurde dann ein iranischer Atomwissenschaftler bei einem Bombenanschlag getötet . Die iranische Regierung verdächtigte die USA und Israel, für das Attentat verantwortlich zu sein.

USA bestreiten Beteiligung an Anschlag

Die US-Regierung betonte aber, dass sie damit nichts zu tun habe. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte: "Ich möchte kategorisch zurückweisen, dass es eine Verwicklung der USA in jegliche Art von Gewaltaktionen innerhalb des Irans gibt."

Das US-Militär gab indessen die Verlegung von zwei amerikanischen Flugzeugträgern in das Arabische Meer bekannt. Der Flugzeugträger Carl Vinson traf am Montag in der Region ein, die Abraham Lincoln soll noch folgen. Es handele sich um eine Routinemaßnahme, die in keinem Zusammenhang mit der Drohung des Irans stehe, die Seestraße von Hormus zu schließen.

Der Iran steht wegen seines Atomprogramms international unter Druck. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu arbeiten.

Deutschland strebt weitere Sanktionen an

Die USA forderten den Iran zur Beendigung der Urananreicherung auf. Teheran verletze seine Verpflichtungen im Rahmen der UN-Vereinbarungen. "Es gibt keine Begründung für die Produktion", sagte Clinton. Der Iran komme der Herstellung waffentauglichen Materials näher.

Die Europäische Union wird nach den Worten von Außenminister Guido Westerwelle ( FDP ) wahrscheinlich schon in den kommenden Tagen massive Sanktionen gegen den Iran beschließen. Westerwelle unterstützt dabei auch einen Boykott iranischer Öllieferungen.