Bei einem Angriff der radikal-islamischen Sekte Boko Haram sind im Nordosten Nigerias bis zu 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Gruppe zündete Sprengsätze auf einem Fischmarkt in der Stadt Maiduguri, die als Hochburg der Boko Haram gilt. Anschließend kam es zum Gefecht mit Sicherheitskräften und Soldaten.

Der Sprecher der Militäreinheit Joint Task Force (JTF) sagte, acht Sektenmitglieder seien bei dem Schusswechsel getötet und drei Marktverkäufer verletzt worden. Augenzeugen sprachen jedoch von mindestens 30 Opfern.

Es wird vermutet, dass die Aktion der Boko Haram ein Vergeltungsschlag war: Die Gruppe wollte damit auf die Festnahme eines hochrangigen Mitglieds am vergangenen Donnerstag reagieren. Die Sekte wirft Händlern auf dem populären Markt vor, den Sicherheitsleuten Tipps gegeben zu haben, die zu der Festnahme führten.

Die Boko Haram, deren Mitglieder sich selbst die "nigerianischen Taliban" nennen , terrorisiert seit Langem den Norden des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika . Die Gruppe lehnt jede westliche Lebensform ab. Eines ihrer Ziele ist es, Christen aus dem überwiegend islamisch geprägten Norden Nigerias zu vertreiben . In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Bombenanschläge auf Kirchen sowie auf Gaststätten mit Alkoholausschank. Die JTF, die die Rebellen bekämpft, wurde 2003 aus Sektionen der nigerianischen Armee, der Marine und der Luftwaffe gegründet.