Der liberal-konservative Politiker Sauli Niinistö von der Regierungspartei Nationale Koalition ist mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten Finnlands gewählt worden. Bei der Stichwahl gegen den Grünen-Politiker Pekka Haavisto gewann Niinistö wie erwartet mit deutlichem Vorsprung. Einer Hochrechnung zufolge kam Niinistö auf 66 Prozent der Stimmen. Er wird der Nachfolger der Sozialdemokratin Tarja Halonen , die nach zwei Mandaten in Folge nicht wieder antreten durfte. Die sozialdemokratische Partei hatte in den vergangenen 30 Jahren ohne Unterbrechung den Präsidenten gestellt.

Rund 4,4 Millionen Finnen waren zur Wahl aufgerufen worden. Die Wahlbeteiligung fiel mit 68,9 Prozent niedriger aus als erwartet. Im Zentrum des Wahlkampfs stand die Schuldenkrise in Europa . Niinistö trat entschieden für den Euro ein. Da jedoch auch Haavisto ein EU-Befürworter ist, gab es in dieser Frage wenig Konfliktpotenzial. Bei einer Fernsehdebatte zeigten sich die beiden Politiker in zentralen Fragen weitgehend einig.

Niinistö hatte schon die erste Runde der Präsidentenwahl mit acht Kandidaten für sich entschieden, die erforderliche absolute Mehrheit dabei aber verfehlt. Euro-Skeptiker wie Timo Soini von den rechtspopulistischen Wahren Finnen waren bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Niinistö sagte im TV-Sender YLE: "Diese hohe Stimmenzahl ist schon überwältigend. Aber sie kam auch nicht ganz unerwartet." In allen Umfragen vor der Wahl hatte Niinistö klar vorne gelegen.

Der Präsident hat hauptsächlich repräsentative Aufgaben

Niinistö war von 1996 bis 2003 Finanzminister, in seiner Amtszeit wurde in Finnland der Euro eingeführt. Experten zufolge genießt Niinistö als Finanzfachmann bei den Finnen große Glaubwürdigkeit. Viele Sympathien schlugen ihm zudem entgegen, als er bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand 2004 seinen jüngsten Sohn rettete, indem er mit ihm auf einen Baum kletterte.

Die formelle Macht des Präsidenten ist in Finnland ähnlich wie in Deutschland begrenzt. Exekutivrechte hat das Staatsoberhaupt nur in außenpolitischen und militärischen Fragen. Das Amt hat vorwiegend repräsentativen Charakter.