Die US-Geheimdienste gehen trotz beunruhigender Berichte aus Teheran nicht davon aus, dass der Iran Atombomben entwickelt. Es gebe keine eindeutigen Beweise, dass die Regierung beschlossen habe, an einer Bombe zu bauen, berichtete die New York Times und berief sich dabei auf Geheimdienstkreise und Regierungsmitarbeiter.

Jüngste Erkenntnisse bestätigten die Einschätzung der Geheimdienste von 2007, dass Iran sein Atomwaffenprogramm schon Jahre zuvor eingestellt habe. Geheimdienstdirektor James Clapper hatte schon Ende Januar gesagt, dass sich der Iran zwar noch alle Optionen offenhalte. Es gebe aber keine Hinweise, dass die Regierung in Teheran entschieden habe, den Bau solcher Bomben zu beginnen.

Am Freitag hatte die Internationale Atomenergieagentur IAEA erklärt , der Iran habe seine Urananreicherung deutlich gesteigert. Das Land habe die Kapazitäten zur höherprozentigen Anreicherung verdreifacht, hieß es in einem Bericht. Die Fähigkeit Irans, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, hatte in der westlichen Welt Besorgnis ausgelöst, weil es die Wahrscheinlichkeit der Herstellung waffenfähigen Urans steigert.

Kritiker werfen der CIA Vorsicht vo r

Politische Beobachter fürchten laut der Zeitung, dass es für den Iran nach der Urananreicherung relativ einfach sei, einen atomaren Sprengkopf und letztlich eine Atombombe zu entwickeln. Sie kritisieren die CIA für ihre zurückhaltende Beurteilung des iranischen Atomprogramms. Sie werfen dem Geheimdienst vor, er sei nach seinen Fehleinschätzungen zu angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak im Jahr 2002 zu vorsichtig.

Geheimdienstbeamte sehen für die Anreicherung jedoch weitere mögliche Erklärungen. Sie vermuten, dass der Iran seine Stellung in der Region stärken will, indem er Nachbarländer und die internationale Gemeinschaft im Unklaren über die Ambitionen des Atomprogramms lässt. Sie verweisen dabei auf Pakistan und Indien , die beide über Jahrzehnte ihr Atomprogramm geheim hielten, bevor sie entschieden Atomwaffen zu bauen und sie zu testen.

Der Iran steht schon länger im Verdacht, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Die Regierung hatte den Vorwurf jedoch mehrfach zurückgewiesen. Das Land wolle das Atomprogramm allein zu friedlichen Zwecken nutzen, betonten iranische Führer immer wieder.