Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Präsidentenpalast in Südjemen sind nach Ärzteangaben mindestens 26 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor dem Gebäude in Mukalla in der südöstlichen Provinz Hadramut mit seinem Fahrzeug in die Luft, wie ein Militärvertreter sagte. Die jemenitische Nachrichtenagentur Mareb berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass vermutlich eine lokale Al-Kaida-Gruppe für den Anschlag verantwortlich sei.

Ranghohe Persönlichkeiten befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in dem Gebäude. Der Anschlag ereignete sich kurz nachdem der bisherige Vize-Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi seinen Amtseid im Parlament in der Hauptstadt Sanaa abgelegt hatte. Er wird für eine Übergangszeit von zwei Jahren an der Spitze des Landes stehen.

Bei der Wahl am Dienstag hatte Hadi 99,8 Prozent der Stimmen erhalten. Er war allerdings auch als einziger Kandidat ohne Konkurrenten angetreten. Das hatten die bisherige Regierungspartei Allgemeiner Volkskongress und die wichtigsten Oppositionsparteien beschlossen, um einen friedlichen Übergang zu ermöglichen. 

Obwohl es daran Kritik gab und außerdem bewaffnete Gruppen wie Al-Kaida und Separatistenbewegungen die Abstimmung massiv behinderten , lag die Beteiligung bei etwa 65 Prozent . In zwei Jahren soll es erneut Wahlen geben, bei denen mehrere Kandidaten antreten sollen.

Hadi rief seine Landsleute in der ersten Rede als Präsident auf, Streitigkeiten beizulegen und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. "Wenn wir uns den Herausforderungen nicht stellen, wird das Chaos regieren." Hadi forderte, die wirtschaftlichen Probleme zu bekämpfen und die durch die schweren Auseinandersetzungen und Proteste Vertriebenen zurück ins Land zu bringen. In einem nationalen Dialog wolle er zudem über die anstehenden Aufgaben der neuen Regierung beraten, sagte er.

Hadis Aufgabe ist es, einen zweijährigen politischen Reformprozess zu überwachen. Am Ende soll es eine neue Verfassung und Parlamentswahlen geben. Zudem soll das Militär reformiert werden.

 
Salih ist zurück im Jemen

Der frühere Machthaber Ali Abdullah Salih kehrte nach medizinischer Behandlung aus den USA in den Jemen zurück. Am Montag soll in der Hauptstadt Sanaa die offizielle Amtsübergabe zwischen Salih und seinem Nachfolger Hadi stattfinden. 

Salih war 33 Jahre an der Macht, ein Jahr lang hatte es im Jemen Massenproteste gegen ihn gegeben. Nach einem Anschlag auf den Präsidentenpalast  der Hauptstadt hatte Salih schwere Verletzungen erlitten. Er erklärte seinen Rückzug und ließ sich in den USA behandeln. Im Gegenzug wurden ihm Immunität und Straffreiheit garantiert, diese Regelung ist im Jemen stark umstritten .

Beobachter hatten mit neuen Spannungen gerechnet, falls der langjährige Herrscher sich bei den Feierlichkeiten zeigt.