Im afghanischen Innenministerium in Kabul sind zwei westliche Militärberater getötet worden. Vorausgegangen sei ein Streit, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums. Über die Nationalität der Opfer sagte er nichts. Unbestätigten Informationen zufolge waren es US-Bürger.

Die Nato bestätigte, dass es einen Vorfall in Kabul gab. Es gebe aber noch keine weiteren Erkenntnisse.

In Afghanistan gibt es seit Tagen gewalttätige Demonstrationen aus Protest gegen die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten. Bei Zusammenstößen wurden seither bereits fast zwei Dutzend Menschen getötet.

In Kundus versuchte ein Mob, das Büro der Vereinten Nationen und das Polizeihauptquartier zu stürmen, wie der Vizepolizeichef der Provinz Kundus, Gulam Mohammad Farhad mitteilte. Mindestens zwei Demonstranten seien bei den Zusammenstößen mit der Polizei in Kundus getötet worden, sechs weitere wurden verletzt. Auch drei Polizisten erlitten Verletzungen, sagte Farhad.

Die Koran-Proteste gingen auch in anderen Teilen des Landes weiter: In der ostafghanischen Provinz Logar südlich von Kabul starb Medienberichten zufolge mindestens ein Demonstrant bei Zusammenstößen mit der Polizei.

In der östlichen Provinz Laghman versuchten Demonstranten, das Büro des Gouverneurs zu stürmen. Zwei Menschen wurden durch Schüsse verletzt, acht weitere durch Steinwürfe.

Seit Dienstag sind Tausende Menschen in Afghanistan auf die Straße gegangen, um gegen die Verbrennung der Koran-Exemplare auf der US-Basis Bagram zu protestieren. Die Taliban schworen Rache. Die USA hatten die Koran-Verbrennung als Versehen bezeichnet, und Präsident Barack Obama hatte sich entschuldigt.