In der Innenstadt von Kairo ist es zu Gewalt zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Demonstranten griffen das Innenministerium mit Steinen an. Die Polizei errichtete auf der Mansur-Straße unweit des Ministeriums eine Betonmauer. Mit Tränengas versuchte sie, die Menge auseinanderzutreiben. Nach Angaben des Fernsehsenders Al Jazeera wurden Teile des Finanzministeriums in Brand gesetzt. Das ägyptische Staatsfernsehen berichtete ebenfalls von dem Brand. Das Innen- und Finanzministerium liegen dicht beieinander.

Dem ägyptischen Innenministeriums zufolge sind während der jüngsten Straßenschlachten in Kairo und Sues bisher zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2.500 wurden verletzt. Die Demonstranten werfen dem regierenden Militärrat und den Sicherheitskräften vor, die Gewalt während eines Fußballspiel zwischen Al-Masri und Al-Ahli in Port Said am Mittwochabend zugelassen oder sogar gefördert zu haben. Anhänger des örtlichen Vereins Al-Masri waren auf das Spielfeld gestürmt und hatten die gegnerischen Fans attackiert. 74 Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Einige Aktivisten glauben, dass noch im Regierungsdienst verbliebene Unterstützer des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak hinter dem Zwischenfall stecken.

Anschlag auf Gas-Pipeline

Auch im Rest des Landes kam es zu Unruhen. Auf der ägyptischen Halbinsel Sinai wurde ein Anschlag auf eine Pipeline verübt, die Gas nach Israel und Jordanien transportiert. Bewaffnete ließen einen Sprengsatz detonieren. Berichte über mögliche Opfer lagen nicht vor. Es war der zwölfte Anschlag innerhalb eines Jahres auf die Pipeline. Immer wieder gibt es von Seiten Ägyptens Proteste gegen Gaslieferungen nach Israel, für die im Jahr 2008 ein 15-Jahres-Abkommen geschlossen worden war. 

Ägypten bereitet sich derzeit auf die vorgezogene Wahl eines neuen Präsidenten vor. Die Kandidaten sollen sich bereits ab dem 23. Februar registrieren können, entschied ein Beratergremium des Militärrates – früher als geplant. Ursprünglich war der Termin erst für Mitte April vorgesehen.

Ägypten will Ausländer wegen Stiftungsfinanzierung anklagen

Unterdessen will Ägypten wegen der illegalen Finanzierung von Stiftungen 40 Menschen, darunter Ausländer, vor Gericht stellen. Das verlautete aus Justizkreisen in Kairo. In der ägyptischen Hauptstadt waren Anfang des Jahres die Räume von 17 ägyptischen und ausländischen Organisationen durchsucht worden, darunter die Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung und dreier US-Organisationen.