Das Rote Kreuz hat erstmals Verletzte sowie Frauen und Kinder aus der umkämpften syrischen Stadt Homs herausgebracht. Hicham Hassan vom Roten Kreuz sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera , sieben Verletzte und 20 Frauen und Kinder seien nun in Sicherheit. Die Lage in Homs werde immer schlimmer, warnte er. Es werde mehr Hilfe für die Verletzten benötigt.

Der Konvoi von Ambulanzfahrzeugen des Syrischen Roten Halbmonds und des Roten Kreuzes sei am Freitagnachmittag in den Stadtteil Baba Amro gefahren und habe die Menschen mitnehmen können. Das Viertel sei weiter unter Dauerbeschuss gewesen, es habe keine Kampfpause gegeben.

Hassan betrachtet die Evakuierung als ersten Schritt, es müsse weitergehen. "Wir wollen alle verletzten Personen in Sicherheit bringen", sagte Hassan. In Baba Amro sind neben den Bewohnern und Kämpfern der Opposition auch ausländische Journalisten eingeschlossen, von denen zwei schwer verletzt sind. Die Reporter sind bisher nicht gerettet worden.

Carla Haddad Mardini vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) sagte dem US-Nachrichtensender CNN , dass ihre Organisation die syrischen Behörden um eine täglich zweistündige Kampfpause bitten möchte. In dieser Zeit könnten Mitarbeiter in alle betroffenen Gebiete, darunter Homs, gehen, um dringend benötigte Hilfe zu leisten, sagte Mardini.

Das Viertel Baba Amro in Homs lag in den vergangenen Tagen laut Berichten von Augenzeugen unter schwerem Beschuss durch syrische Regierungstruppen. Seit etwa einer Woche hatte das Rote Kreuz die syrischen Behörden und die bewaffnete Opposition immer wieder aufgefordert, eine Feuerpause zu ermöglichen. In dem Gebiet haben sich hauptsächlich Gegner Assads verschanzt. Die Hilfsorganisation hofft, die Evakuierung im Laufe des Tages fortsetzen zu können.