Zehn Tage vor der russischen Präsidentenwahl am 4. März hat Regierungschef Wladimir Putin im Moskauer Luschniki-Stadion um Vertrauen geworben. "Der Sieg wird unser sein", rief Putin der Menge zu. Das Staatsfernsehen übertrug den vorher nicht angekündigten Auftritt am Feiertag zu Ehren des "Beschützers des Vaterlandes" live.

Bei diesem bisher größten Wahlkampf-Auftritt warnte Putin den Westen vor einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands. Seine Anhänger forderte er zur Einheit auf, um die Armut, Ungerechtigkeit sowie die Arroganz der Beamtenschaft und die Unmoral zu bekämpfen. Dabei zeigte sich Putin selbstbewusst: "Wir sind ein Siegervolk, das haben wir in den Genen", rief er der jubelnden Menge zu.

Zu der Kundgebung kamen laut Angaben der Polizei rund 130.000 Menschen. Bei Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt versammelten sich viele Funktionäre und Beschäftigte von Staatsbetrieben im Stadion. Unter dem Motto "Schützt das Land" waren die Demonstranten zuvor am Ufer der Moskwa zum Luschniki-Stadion gezogen.

Die Atmosphäre im Stadion glich der eines Festivals. Tanzende Menschen und Träger roter Luftballons mit der Aufschrift "Für Putin" waren zu sehen. Das Wahlkampfteam Putins will mit der Kundgebung die Aktionen der Protestbewegung in den Schatten stellen, die am Sonntag wieder gegen Putin mobil machen will. Gleichzeitig zu Putins Veranstaltung demonstrierten in Moskau einige Tausend Menschen. Seit der umstrittenen Parlamentswahl protestiert die Opposition gegen die Kreml-Führung.

Putin will sich bei der Wahl zum dritten Mal zum Präsidenten wählen lassen . Er hatte das höchste Staatsamt bereits von 2000 bis 2008 inne und darf nun nach einer Pause als Regierungschef erneut antreten.