Die Gewalt in Syrien hat bisher kein Ende. Nun haben sich die USA und die UN den Forderungen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) angeschlossen, eine Gefechtspause von von mindestens zwei Stunden am Tag einzulegen. So soll es Mitarbeitern des IKRK und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds möglich sein, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen.

Für viele Menschen ist die Lage dramatisch: In der seit Wochen von der Armee belagerten Rebellenhochburg Homs etwa können den Angaben zufolge ganze Familien über Tage ihre Wohnungen nicht verlassen, um Lebensmittel zu besorgen.

Nach Angaben der UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Valerie Amos, stellte die EU drei Millionen Euro für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern Syriens bereit.

Während sich die oppositionelle Freie Syrische Armee für eine Gefechtsunterbrechung aussprach, äußerten sich die Behörden bisher nicht dazu. Der Syrische Nationalrat (SNC), der Dachverband der syrischen Opposition im Exil, rief die internationale Gemeinschaft dagegen auf, sich für die Aufhebung der Belagerung von Homs einzusetzen, um die Bevölkerung dort mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgen zu können.

Russland soll Waffenlieferungen aufgestockt haben

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Dienstag landesweit insgesamt 68 Zivilisten getötet, darunter 33 Zivilisten bei einem Militäreinsatz in der Ortschaft Abdita. In der Provinz Homs kamen 31 Menschen ums Leben. Laut der Beobachtungsstelle waren 56 Panzer und Truppenfahrzeuge in Richtung der Rebellenhochburg unterwegs. Auch der SNC warnte, die Armee bereite mit dem intensiven Beschuss der vergangenen Tage die Stürmung der Stadt vor.

Russland lehnte unterdessen eine Teilnahme an der internationalen Syrien-Konferenz in Tunis ab. Das russische Außenministerium verwies bei der Absage darauf, dass zu dem Treffen nur Vertreter der Opposition, nicht aber der Regierung eingeladen seien. Russland gilt als Verbündeter Syriens und hat enge Handelsbeziehungen mit dem Land.

Als größter Waffenlieferant Syriens gerät das Land international immer mehr in die Kritik. Ungeachtet dessen hat Russland seine Lieferungen nach Angaben ehemaliger Vertreter der syrischen Führung, die inzwischen die Seite gewechselt haben, sogar aufgestockt. Allein 2011 sollen es Waffen im Wert von fast einer Milliarde Dollar gewesen sein. Darunter befanden sich den Angaben zufolge auch Raketensysteme, vor allem aber floriere der Handel mit kleineren Waffen, der nur schwer nachverfolgt werden könne.