Ungeachtet der Forderungen nach einem Waffenstillstand hat Syriens Präsident Baschar al-Assad die Armee wieder mit aller Härte gegen die eigene Bevölkerung vorgehen lassen. Bei Angriffen in der Provinz Hama wurden nach Angaben der Opposition 20 Menschen getötet. Soldaten sollen vor allem die Stadt Helfaja mit Artillerie beschossen haben. Die Getöteten gehörten nach Angaben der Opposition der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit an, aus der sich der Widerstand gegen Assad vor allem formiert.

Auf einen von Rebellen gehaltenen Stadtteil in Homs rückten Eliteeinheiten mit Panzern vor. Die schweren Kettenfahrzeuge mit der Aufschrift "Monster der 4. Division" bezogen Stellung vor dem seit Tagen umkämpften Stadtteil Baba Amro. Oppositionellen zufolge kamen dort fünf Menschen ums Leben.

Seit Wochen gebe es Vergeltungsaktionen der offiziellen Armee für Angriffe der sogenannten Freien Syrischen Armee. Das Militär und der Polizeiapparat werden überwiegend von der Bevölkerungsgruppe der Alawiten geführt, zu denen auch Assad gehört.

Menschenrechtskommissarin fordert sofortigen Waffenstillstand

Angesichts der anhaltenden Gewalt forderte die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay einen "sofortigen Waffenstillstand" in Syrien. Die Kämpfe müssten umgehend beendet werden, um Hilfslieferungen und die Versorgung von Verletzten zu ermöglichen, sagte sie.

In den vergangenen Wochen habe sich die humanitäre und Menschenrechtslage in Syrien rasant verschlechtert , berichtete Pillay bei einer Debatte über den Syrien-Konflikt im UN-Menschenrechtsrat. Bei der Sitzung lag ein Resolutionsentwurf der Türkei , Katars, Kuwaits und Saudi-Arabiens zu Syrien vor.

Die Staaten fordern die Regierung in Damaskus auf, der UN und Hilfsorganisationen "ohne Einschränkungen" Zugang zur Bevölkerung zu gewähren, besonders in der seit Wochen unter Beschuss stehenden Stadt Homs. Zu Beratungsbeginn verließ die syrische Delegation unter Protest die Tagung in Genf.