US-Außenministerin Hillary Clinton hat nach dem erneuten Veto Russlands und Chinas gegen eine Syrien-Resolution an die "Freunde eines demokratischen Syriens" appelliert, das Töten in dem arabischen Staat zu beenden. Zugleich sprach sie sich für "regionale und internationale Sanktionen" und ein Waffenembargo gegen das Regime in Damaskus aus. Die USA seien bereit, ihre Bemühungen gemeinsam mit den Verbündeten außerhalb der Vereinten Nationen zu verdoppeln.

Die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine Syrien-Resolution, die wenige Stunden zuvor am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert war, nannte sie eine "Farce". Die beiden Länder trügen nun die volle Verantwortung für die Unterstützung des Regimes in Damaskus, sagte Clinton in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. "Dies vergrößert die Gefahr eines brutalen Bürgerkriegs", warnte sie.

Westerwelle will Syrien-Kontaktgruppe

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle setzte sich für die Einsetzung einer internationalen Kontaktgruppe zur Lösung der Krise ein. Eine zentrale Rolle sollten dabei die Türkei und die Arabische Liga spielen, sagte Westerwelle am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.


Auch in der Libyen-Krise war eine Kontaktgruppe zur Koordination des internationalen Handelns eingesetzt worden. Westerwelle hatte ein solches Gremium schon im vergangenen Sommer auch für Syrien vorgeschlagen. Der Außenminister verspricht sich von einer Kontaktgruppe eine "neue Dynamik" in den Bemühungen um eine Lösung der Syrien-Krise.

Westerwelle schloss auch einen neuen Anlauf zu einer Syrien-Resolution nicht aus. Die Bemühungen um eine Verurteilung der Gewalt müssten gemeinsam mit den Partnern im höchsten UN-Gremium und der Arabischen Liga fortgesetzt werden. "Es ist ganz entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft jetzt nicht aufgibt."

Moskau macht Westen für russisches Veto verantwortlich

Unterdessen machte die Regierung in Moskau den Westen für das Veto Russlands und Chinas gegen die UN-Resolution verantwortlich. Die Autoren des Resolutionsentwurfs hätten "bedauerlicherweise" keine zusätzlichen Anstrengungen unternommen, "um zu einem Konsens zu kommen", schrieb Vize-Außenminister Gennadi Gatilow im Kurznachrichtendienst Twitter. "Das Ergebnis ist bekannt."

Für den Resolutionsentwurf hatten am Samstag alle 13 weiteren Mitglieder des UN-Sicherheitsrats gestimmt. Er sah eine Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen durch die Führung in Damaskus vor. Bei den Protesten in Syrien wurden seit März 2011 Aktivisten zufolge mindestens 6.000 Menschen getötet. Bereits im Oktober hatten Russland und China ihr Veto gegen eine Syrien-Resolution eingelegt.

Auch nach dem Scheitern der Resolution wird in Syrien weiter demonstriert. In der Nacht zu Sonntag sollen bei Kämpfen zwischen zur Opposition übergelaufenen Deserteuren und Angehörigen der syrischen Armee mindestens neun Soldaten getötet worden sein. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Gefechten in der Region von Dschebel al-Sawija in der Provinz Idleb an der Grenze zur Türkei 21 weitere Soldaten verletzt.