Mit mehreren Überraschungssiegen hat Rick Santorum die Vorwahlen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur in den USA wieder etwas spannender gemacht. Der Außenseiter gewann bei Abstimmungen in den Bundesstaaten Colorado , Minnesota und Missouri mit deutlichem Vorsprung. Als klarer Favorit galt der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney , der damit plötzlich wieder unerwartet starke Konkurrenz erhält.

In Minnesota und Colorado waren Bürger zu sogenannten Caucuses zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und anschließend abzustimmen. Anders als bei Vorwahlen in anderen US-Bundesstaaten haben die Ergebnisse nur indirekten Einfluss auf das Abstimmungsverhalten des Staates beim Parteitag der US-Republikaner – sie gelten als Richtwert. Die Abstimmung in Missouri hatte lediglich symbolischen Charakter, weil dort erst im März verbindlich gewählt wird.

In Minnesota kam der frühere Senator aus Pennsylvania nach Auszählung von gut 70 Prozent der Stimmen auf etwa 45 Prozent. An zweiter Stelle lag überraschend der Kongressabgeordnete Ron Paul mit gut 27 Prozent. Romney kam nur auf 17, der ehemalige Parlamentspräsident Newt Gingrich auf 10 Prozent.

In Missouri konnte Santorum sogar 55 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Romney kam hier auf gut 23 Prozent und Ron Paul auf über 12 Prozent. Gingrich stand nicht auf den Wahlzetteln. In Colorado kam Santorum nach Auszählung von 89 Prozent der Stimmen auf 38 Prozent der Stimmen. Romney erhielt 36 Prozent.

"Konservative Alternative zu Obama"

In seiner Siegesrede gab Santorum vor, ein besserer Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama bei der Wahl im November zu sein als Romney. Der frühere Gouverneur von Massachusetts vertrete im Kern die gleichen Positionen wie der Demokrat im Weißen Haus, kritisierte Santorum. "Ich stehe hier als die konservative Alternative zu Barack Obama ", sagte er und griff dabei den Präsidenten an: "Er hat niemals auf die Stimmen des Volkes gehört. Er denkt, er ist schlauer als Ihr, besser als Ihr".

Mit seinem Doppelsieg am Dienstag könnte der christlich-konservative Santorum den Kampf um die Kandidatur durcheinander bringen. Der frühere Senator hatte bislang nur die erste Vorwahl Anfang Januar in Iowa mit dünnem Vorsprung gewonnen und danach schwach abgeschnitten. Romney dagegen hatte zuletzt seinen Favoritenstatus mit klaren Siegen in New Hampshire, Nevada und Florida festigen können. Er gratulierte Santorum zu seinem Erfolg, gab sich aber weiter zuversichtlich, Präsidentschaftskandidat zu werden.

Sein bislang schärfster Herausforderer Gingrich, konnte nur South Carolina für sich entscheiden. Lediglich Paul konnte noch keine Vorwahl gewinnen, gilt aber wegen seiner breiten Unterstützerbasis als unerschütterlicher Teilnehmer in dem Rennen.

Um beim Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August zum Herausforderer von Präsident Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber in den Vorwahlen mindestens 1.144 Delegiertenstimmen einsammeln.