Die Nationale Wahlkommission in Dakar teilte mit, Staatschef Abdoulaye Wade habe in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag mit 34,8 Prozent zwar die meisten Stimmen bekommen, aber die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Er muss nun in einem zweiten Wahlgang gegen den früheren Premierminister Macky Sall antreten, der auf 26,6 Prozent der Stimmen kam.

Der 85-jährige Wade hatte im ersten Durchgang gegen 13 Konkurrenten für eine dritte Amtszeit kandidiert. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei knapp 52 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der Präsidentschaftswahl 2007 mit rund 70 Prozent.

Wade hatte bereits am Montag gesagt, dass er mit einer Stichwahl rechne. Für ihn wird es nun eng. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Präsident seinen Stimmenanteil kaum ausbauen kann, es sei denn, er kann eine große Zahl von Nicht-Wählern mobilisieren. Sall dagegen kann davon ausgehen, dass sich die meisten im ersten Durchgang ausgeschiedenen Kandidaten für ihn aussprechen werden, da sie wie er dem Oppositionsbündnis Bewegung vom 23. Juni angehören. Als wahrscheinlicher Termin für die Stichwahl gilt der 18. März.

Proteste gegen dritte Amtszeit

Vor der Wahl hatte es massive Proteste gegen Wade gegeben. Nach Ansicht der Opposition darf er sich gemäß der Verfassung nicht um eine dritte Amtszeit bewerben. Wade selbst hält seine Kandidatur aber für rechtmäßig. Auch das Verfassungsgericht des Landes wies Ende Januar Einsprüche gegen die erneute Kandidatur zurück.

Der 50-jährige Sall gehörte früher zu den Vertrauten des Präsidenten. Er war von 2001 bis 2003 Bergbauminister, dann bis 2004 Innenminister und von 2004 bis 2007 Premierminister. Nach dem Bruch mit Wade gründete er seine eigene politische Partei.