Die Vereinten Nationen versuchen, Syriens Machthaber Baschar al-Assad zum Einlenken zu bewegen: Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte gegen die Stimmen von China und Russland das gewaltsame Vorgehen syrischer Regierungstruppen gegen die Opposition. 37 Staaten stimmten für den Beschluss, in dem Assad die systematische Verletzung von Menschenrechten und das Aushebeln von Grundrechten vorgeworfen wird.

Die Staaten warnen in der Resolution davor, dass sich die Gewalt zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausweiten könnte. Syriens Vertreter im Rat boykottierte die Abstimmung.

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich erleichtert: Die Resolution setze Assads Regierung unter Druck, den menschenverachtenden Kurs zu beenden und den freien Zugang humanitärer Hilfe zu erlauben.

Weitere diplomatische Konsequenzen aus dem anhaltenden Konflikt in Syrien beschloss Großbritannien: Das Land zog wegen Sicherheitsbedenken sämtliche Mitarbeiter seiner Botschaft aus Syrien ab. Der britische Botschafter und das diplomatische Corps hätten das Land am Mittwoch verlassen und sollten bald nach Großbritannien zurückkehren, sagte Außenminister William Hague. Am Dienstag hatte bereits die Schweiz vorübergehend ihre Botschaft geschlossen, die USA hatten das schon Anfang Februar getan.

UN-Sondergesandter Annan will nach Damaskus reisen

Um die sich zuspitzenden Kämpfe zwischen Assads Truppen und Regierungsgegnern zu beenden, will sich der russische Außenminister Sergej Lawrow kommende Woche mit Vertretern der arabischen Golf-Staaten treffen. In Riad sollten alle Aspekte des Konflikts erörtert werden, sagte der kuwaitische Parlamentarier Muhammed al-Khalifa zu dem geplanten Treffen.

Auch der Syrien-Sondergesandte der UN, Kofi Annan, will die Friedensbemühungen vorantreiben und bald nach Damaskus reisen. Annan rief Präsident Assad auf, das gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition zu beenden. Die Regierung müsse vollständig kooperieren und auf eine demokratische und friedliche Lösung des Konflikts hinarbeiten.