Die Armee von Präsident Baschar al-Assad will sich erst dann aus den Wohnvierteln der umkämpften Städte zurückziehen, wenn "Sicherheit und ziviler Frieden" wieder hergestellt seien. Die Armee mache nichts anderes, als "sich zu verteidigen" und die Bevölkerung zu beschützen, sagte Außenamtssprecher Dschihad Makdessi im syrischen Fernsehen.

Damit verstößt Assad gegen den von ihm zugestimmten Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan . Annan hatte Assad zu einer sofortigen Umsetzung seines Sechs-Punkte-Plans aufgefordert . Das Militär müsse demnach Panzer, schwere Waffen und Soldaten aus den Städten abziehen. Erst dann würde die Opposition nachziehen.

Die Gewalt in Syrien hält jedoch unvermindert an. Der syrische Ministeriumssprecher bezeichnete die Umsturzversuche der Opposition als gescheitert. "Die Schlacht, den Staat in Syrien zu stürzen, ist ein für alle Mal vorbei", sagte Makdessi. Inzwischen habe der Kampf um die Wiederherstellung der Stabilität und den Aufbau eines neuen Syrien begonnen.

Schwere Kämpfe in Damaskus

In der syrischen Hauptstadt Damaskus gab es unterdessen erneut Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Nach Angaben von Oppositionellen kam es sowohl im Stadtzentrum als auch in den Außenbezirken zu Gefechten. Die Angriffe der syrischen Armee auf das Viertel Al-Chalidija in der Stadt Homs dauerten an.

Die internationale Gemeinschaft versucht dennoch weiter, Syrien zu einer Umsetzung des Friedensplans zu bringen. Dieser sieht auch den Zugang für Helfer zu Kampfzonen und die Freilassung von Gefangenen vor. Täglich soll es eine zweistündige Waffenpause geben. Die Vereinten Nationen beraten darüber, Beobachter zur Überwachung des Waffenstillstand s zu entsenden.

Die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad lässt seit mehr als einem Jahr die Protestbewegung brutal unterdrücken. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten seither mehr als 9.000 Menschen ums Leben. Damaskus rechtfertigt das Vorgehen mit dem Kampf gegen "Terroristen".