US-Außenministerin Hillary Clinton sieht die Zustimmung des syrischen Regimes zum UN-Friedensplan skeptisch. Sie verwies darauf, dass Präsident Baschar al-Assad dafür bekannt sei, viel zu versprechen und dann wenig einzuhalten. "Dieser Zustimmung müssen nun unverzüglich Taten folgen", forderte Clinton.

Der von dem UN-Sondergesandten Kofi Annan vorgeschlagene Friedensplan beinhaltet einen sofortigen Waffenstillstand zwischen den beteiligten Parteien, den Abzug schwerer Waffen aus Wohngebieten und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung.

"Wir werden Assads Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit an dem messen, was er tut, nicht daran, was er sagt", äußerte Clinton. Wenn er bereit sei, "dieses dunkle Kapitel" in Syriens Geschichte zu schließen, könne er das beweisen, indem er sofort den Regierungstruppen befehle, das Feuer einzustellen und mit dem Rückzug aus bewohnten Gebieten zu beginnen.

Opposition bleibt misstrauisch

Auch die syrische Opposition ist misstrauisch . "Natürlich besteht das Risiko, dass das Regime wieder versuchen wird, die Verpflichtungen aus dem Friedensplan zu umgehen", sagte die Sprecherin des Syrischen Nationalrates (SNC), Bassma Kodmani. In Istanbul berieten die Vertreter der wichtigsten Oppositionsgruppen über ihre Strategie im Widerstand gegen das Regime von Assad.

Bei der Sitzung erkannte nun die in zahlreiche Gruppen gespaltene syrische Opposition den Nationalrat als ihren alleinigen Vertreter an. Der Großteil der Teilnehmer der Konferenz in Istanbul beschloss einer Erklärung zufolge, dass der Nationalrat "der formelle Ansprechpartner und Repräsentant des syrischen Volkes" sei.

Zur Ankündigung Assads, den Friedensplan anzunehmen, teilte der Nationalrat mit: "Wir nehmen das ernst, denn wenn die syrische Führung sich nicht daran hält, dann wird es Druck vom wichtigsten Partner Russland geben", sagte eine Sprecherin. Das wäre ein wichtiger Fortschritt. Eine Unterbrechung der Kämpfe , wenn auch nur vorübergehend, könnte vor allem den Menschen zugutekommen. "Eine Waffenruhe von zwei Stunden täglich würde schon sehr helfen", fügte die Sprecherin des Nationalrats hinzu.

Nach Gesprächen mit der chinesischen Führung in Peking begrüßte Annan in Peking die "positive" Antwort der syrischen Führung. Auch China habe seine "volle Unterstützung" angeboten. Die Regierung in Peking wolle mit ihm und den anderen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates zusammenarbeiten, um den Sechs-Punkte-Plan jetzt umzusetzen, sagte Annan.