In Syrien geht auch einen Tag, nachdem die Führung den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert hat , das Töten weiter. In der seit Monaten umkämpften Ortschaft Al-Rastan starben nach Angaben von Regimegegnern drei Soldaten bei Gefechten zwischen der Armee und Deserteuren. In den Provinzen Homs und Idlib seien weitere neun Menschen getötet worden.

Den Angaben zufolge töteten Deserteure der Freien Syrischen Armee zudem einen General der Luftwaffe. Sie hätten dem Offizier Chalif al-Abdullah kurz nach dem Verlassen seines Hauses in Aleppo aufgelauert. Von offizieller Seite wurde dies zunächst nicht bestätigt.

Die staatlichen syrischen Medien betonten, bislang habe nur die Regierung den Annan-Plan angenommen, nicht aber die Opposition. Die Regimegegner, deren wichtigste Vertreter sich in Istanbul versammelt hatten, zweifelten dagegen am Friedenswillen Assads. Sie erklärten am gestrigen Abend: "Wenn es das Regime ernst meint, dann müssten morgen schon die Panzer aus den Straßen verschwinden und die politischen Gefangenen freigelassen werden, doch dies wird nicht geschehen."

Erdoğan äußert sich skeptisch

Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hält die Zustimmung des syrischen Regimes zum Friedensplan für ein taktisches Manöver. Der syrische Präsident habe bisher alle Versprechen und Reformzusagen gebrochen, zitierten türkische Medien den Ministerpräsidenten. Assad spiele nun vor einem Kontaktgruppentreffen der Freunde Syriens am Sonntag in Istanbul auf Zeit.

"Sie müssen erkennen, dass die Probleme in Syrien mit Assad nicht gelöst werden können", sagte Erdoğan demnach am Rande einer Atomkonferenz in Südkorea dem Kremlchef Dmitri Medwedew . Er forderte ihn auf, die Unterstützung für das syrische Regime aufzugeben und etwas "für den Weltfrieden" zu tun.

Zuvor hatte sich bereits US-Außenministerin Hillary Clinton dem Friedensplan gegenüber misstrauisch geäußert. Der Plan sieht unter anderem eine Waffenruhe, Zugang für humanitäre Hilfe und einen politischen Dialog zwischen dem Regime und seinen Gegnern vor.